Steuereinnahmen und konjunkturelles Umfeld
Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) stiegen ebenso wie die Steuereinnahmen des Bundes im Juni 2024 um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Getragen vom Anstieg der Einnahmen aus den beiden aufkommensstärksten Steuerarten Lohnsteuer und Steuern vom Umsatz wuchs das Aufkommen aus den Gemeinschaftsteuern um mehr als 8 Prozent. Starke Aufkommensanstiege verzeichneten auch die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge (über +150 Prozent) sowie die nicht veranlagten Steuern vom Ertrag (+44 Prozent).
Sowohl bei der veranlagten Einkommensteuer als auch bei der Körperschaftsteuer verharrten die Einnahmen aus der im Juni 2024 geleisteten zweiten Rate der Vorauszahlungen für das laufende Jahr auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Insgesamt ergaben sich bei beiden Steuerarten leichte Einnahmerückgänge.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnte im 2. Quartal 2024 nach jüngsten Indikatoren noch schwunglos geblieben sein. Aktuelle Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute lassen aber ein Anziehen der Konjunktur im 2. Halbjahr 2024 erwarten.
Bundeshaushalt
Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich im 1. Halbjahr 2024 auf 196,4 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 8,3 Prozent (+15,0 Mrd. Euro) höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuereinnahmen stiegen um 4,6 Prozent (+7,8 Mrd. Euro) gegenüber dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen von Januar bis Juni 2024 insgesamt 220,0 Mrd. Euro und lagen damit um 4,0 Prozent (-9,2 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Ende Juni 2024 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 23,6 Mrd. Euro auf.
Die Bundesregierung hat am 17. Juli 2024 den Entwurf eines Nachtrags zum Bundeshaushalt 2024 beschlossen. Mit dem Nachtragshaushalt werden konjunkturbedingte Belastungen für den Bundeshaushalt aufgefangen und veränderte Finanzierungsbedarfe im Klima- und Transformationsfonds abgebildet.
Europa
Am 20. und 21. Juni 2024 fanden in Luxemburg die Sitzungen der Eurogruppe und der ECOFIN-Ministerinnen und ‑Minister statt. Bei der Eurogruppe standen die Mission des Internationalen Währungsfonds zum Euroraum, die internationale Rolle des Euro und das Thema Wettbewerbsfähigkeit im Zusammenhang mit Industriepolitik und Marktintegration im Fokus.
Wesentliche Inhalte beim Treffen des ECOFIN-Rats waren das Paket „Mehrwertsteuer im digitalen Zeitalter“, die Aufbau- und Resilienzfazilität, das Europäische Semester, die ökonomischen und finanziellen Folgen des Krieges in der Ukraine und die Befassung mit dem UN Special Committee on Taxation.
Über die Sitzungen der Eurogruppe und des ECOFIN-Rats am 15. und 16. Juli 2023 wird in der August-Ausgabe des Monatsberichts berichtet.