- Das erste Treffen der G20‑Finanzministerinnen und ‑minister und ‑Notenbankgouverneurinnen und ‑gouverneure unter südafrikanischer G20-Präsidentschaft fand am 26. und 27. Februar 2025 in Kapstadt statt.
- Bundesfinanzminister Dr. Jörg Kukies unterstrich in Kapstadt die große Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, einer engeren Kooperation mit afrikanischen Staaten, der Mobilisierung privater Investitionen und der Erhöhung der eigenen Einnahmen von Entwicklungsländern.
- Eine wichtige Rolle kann hier der G20 Compact with Africa einnehmen. Die im Jahr 2017 von Deutschland ins Leben gerufene Initiative hilft dabei, durch ambitionierte Reformen, effektive Koordinierung der internationalen Partner und zielgerichtete technische Beratung das Geschäftsumfeld für private Investitionen in reformorientierten afrikanischen Ländern zu verbessern.
- Zum Abschluss des Treffens wurde eine Zusammenfassung des Treffens aus Perspektive der südafrikanischen G20-Präsidentschaft (sogenannte Chair’s Summary) veröffentlicht.
Die G20 – als das führende Forum für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit – bleibt auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig. Schon in der Vergangenheit passte sich der Multilateralismus wandelnden globalen Rahmenbedingungen an. Es gilt, im Gespräch zu bleiben, um durch wirtschafts- und finanzpolitische Kooperation globale Stabilität und Fortschritt zu sichern. Bundesfinanzminister Dr. Jörg Kukies war es zudem ein großes Anliegen, vor Ort in Kapstadt seinen Beitrag zum Erfolg der ersten G20-Präsidentschaft eines afrikanischen Staats zu leisten. Deutschland werde „alles in seiner Macht Stehende“ unternehmen, um die südafrikanische Präsidentschaft zu unterstützen.
Prioritäten der südafrikanischen G20-Präsidentschaft im Finance Track
Südafrika, das seine Präsidentschaft unter das Motto „Solidarität, Gleichheit, Nachhaltigkeit“ gestellt hat, rückt insbesondere die Perspektiven afrikanischer Staaten in den Fokus. So ist eines der zentralen Themen im Finanzbereich die Ausweitung privater Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent. Eine zentrale Initiative hierfür ist der G20 Compact with Africa (CwA), der zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für private Investitionen in reformorientierten afrikanischen Staaten beiträgt. Deutschland und Südafrika stehen der Initiative vor und so war der CwA auch das bestimmende Thema des Gesprächs von Bundesfinanzminister Dr. Jörg Kukies mit seinem südafrikanischen Kollegen Enoch Godongwana.
G20 Compact with Africa (CwA)
In den derzeit 13 Mitgliedstaaten hat der CwA wichtige wirtschaftliche Reformprozesse unterstützen können. Die Aussicht auf eine engere Zusammenarbeit mit den G20-Partnern macht ihn besonders attraktiv: Vier weitere Staaten streben derzeit einen Beitritt an.
Die Mitgliedstaaten profitieren u. a. von
- fachlicher Begleitung von Reformen durch Expertinnen und Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank sowie einem strukturierten Erfahrungsaustausch zwischen den CwA-Mitgliedern (peer-to-peer learning).
- Unterstützung beim Vorantreiben der regionalen Wirtschaftsintegration, d. h. die Stärkung von Handel und wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Staaten, beispielsweise durch die Schaffung von Freihandelszonen und den Abbau von Handelsbarrieren.
- Netzwerken und Plattformen zur Verknüpfung mit privaten Investorinnen und Investoren, z. B. durch Investorenkonferenzen, die als Katalysatoren für Investitionen, wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit dienen. Die Bundesregierung lud zuletzt im November 2023 zu einer G20-CwA-Konferenz in Berlin ein, die von einer Investorenkonferenz auf Einladung der deutschen Wirtschaft begleitet war.
Nicht zuletzt kann der CwA eine Art „Gütesiegel“ darstellen. Ratingagenturen und Investorinnen und Investoren wissen: CwA-Mitglieder sind reformorientiert und werden bei der Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterstützt.
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Darüber hinaus standen bei vielen Gesprächen die Herausforderungen im Mittelpunkt, vor denen die Weltwirtschaft und der Multilateralismus aktuell stehen. So ging es in den Gesprächen von Bundesfinanzminister Dr. Jörg Kukies mit seinen Amtskollegen auch um die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft, die Reform und Stärkung des Systems der multilateralen Entwicklungsbanken und um weitere Verbesserungsmöglichkeiten der internationalen Schuldenarchitektur, insbesondere des G20 Common Framework for Debt Treatments zur Unterstützung hochverschuldeter Staaten.
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Mit der am 27. Februar 2025 veröffentlichten Zusammenfassung des Treffens gibt Südafrika den Startschuss für die weitere Arbeit der G20 im Finanzbereich in diesem Jahr. Aufbauend auf den in den vergangenen Jahren unter indischer beziehungsweise brasilianischer Präsidentschaft erzielten Ergebnissen setzt Südafrika eigene Akzente und thematisiert neben notwendigen privaten Investitionen u. a. die Refinanzierungskosten von Entwicklungsländern, die Vorteile von CO₂-Märkten und die Notwendigkeit von Fortschritten in der internationalen Steuerkooperation. Erste Zwischenergebnisse werden beim nächsten Treffen in Washington, D.C. am 23. und 24. April 2025 diskutiert.
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