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BMF-Monatsbericht April 2025

Inhalt

Kreditaufnahme des Bundes und seiner Sondervermögen

23.04.2025

Die Kreditaufnahme des Bundes dient der Finanzierung des Bundeshaushalts und der Sondervermögen des Bundes. Sondervermögen werden unterschieden in solche Sondervermögen, die über den Bundeshaushalt oder andere Einnahmen mitfinanziert werden, und Sondervermögen mit eigener Kreditermächtigung: Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), Investitions- und Tilgungsfonds (ITF) und das Sondervermögen Bundeswehr (SV BW).

Die gesetzlichen Vorgaben zur Kreditaufnahme für die Sondervermögen FMS und WSF werden durch das Stabilisierungsfondsgesetz (StFG) geregelt. Kreditaufnahmen für FMS und WSF dienen zum einen der Finanzierung von Aufwendungen für Stabilisierungsmaßnahmen gemäß § 9 Abs. 1 StFG oder der Rekapitalisierung von Unternehmen gemäß § 22 StFG. Ferner nimmt der Bund für FMS und WSF auch Kredite auf, die gemäß §§ 9 Abs. 5 und 23 StFG als konditionsgleiche Darlehen an Anstalten des öffentlichen Rechts durchgeleitet werden.

Die Aufnahme von Krediten durch den Bund zur Weiterleitung in Form von Darlehen über FMS und WSF an Anstalten des öffentlichen Rechts (im Folgenden „Darlehensfinanzierung“) dient der Kostenersparnis durch die niedrigeren Refinanzierungskonditionen des Bundes.

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich

  • erst auf den gesamten Kreditbestand des Bundes,
  • nachfolgend auf den Kreditbestand des Bundes ohne Darlehensfinanzierung und
  • anschließend auf den Kreditbestand des Bundes zur Darlehensfinanzierung.

„Bruttokreditaufnahme“, „Kreditaufnahme“ sowie „Kreditbestand“ werden im vorliegenden Bericht für wechselnde Bezugsgrößen betrachtet und definiert. Die Bezugsgrößen sind die Folgenden:

  • „Bundeshaushalt“ beschreibt den Kernhaushalt zuzüglich der mitfinanzierten Sondervermögen.
  • „Bund“ umfasst den Bundeshaushalt und die Sondervermögen des Bundes mit eigener Kreditermächtigung.
  • „Bund ohne Darlehensfinanzierung“ umfasst den Bundeshaushalt und die Sondervermögen des Bundes mit eigener Kreditermächtigung ohne Kredite zur Darlehensfinanzierung.

Im Folgenden werden die Begriffe „Kreditbestand“ sowie „Bruttokreditaufnahme“ verwendet; Kreditbestand beschreibt dabei das Gesamtvolumen der zum Berichtszeitpunkt aufgenommenen Kredite zu Nennwerten. Die Bruttokreditaufnahme entspricht dagegen dem Volumen der innerhalb des abgelaufenen Monats oder innerhalb des Jahres aufgenommenen Kredite zur Finanzierung des kassenwirksamen Anteils der Nettokreditaufnahme sowie zur Refinanzierung fällig werdender Kredite. Die Darstellung der Bruttokreditaufnahme zeigt die kassenwirksamen Beträge zum Verkauf und die monatlichen beziehungsweise jährlichen Anteile der periodengerecht berücksichtigten Agien und Disagien.

Mit Beginn des Jahres 2025 wurde die Veranschlagung und Buchung von Zinsausgaben und Krediteinnahmen auf eine periodengerechte Abbildung umgestellt. Für weitere Informationen hierzu wird auf den Artikel „Periodengerechte Zinsausgaben“ im Monatsbericht von Februar 2025 verwiesen.

Entwicklung des Kreditbestands des Bundes

Der Bund hatte bis zum 31. Dezember 2024 einen Kreditbestand in Höhe von 1.691,1 Mrd. Euro. Der Kreditbestand erhöhte sich zum 31. März 2025 um 2,6 Mrd. Euro auf 1.693,7 Mrd. Euro. Diese Erhöhung resultierte aus einer Bruttokreditaufnahme im Volumen von 97,6 Mrd. Euro, denen Fälligkeiten im Volumen von 97,4 Mrd. Euro gegenüberstanden. Im Jahr 2025 wurden bis Ende März für Zinszahlungen aller auch in früheren Jahren aufgenommenen bestehenden Kredite saldiert 8,3 Mrd. Euro aufgewendet.

Im März 2025 wurden insgesamt 36,3 Mrd. Euro konventionelle Bundeswertpapiere emittiert. Diese verteilten sich auf 7,9 Mrd. Euro 30-jährige Bundesanleihen, 1,4 Mrd. Euro 15-jährige Bundesanleihen, 4,4 Mrd. Euro 10-jährige Bundesanleihen, 9,1 Mrd. Euro Bundesobligationen, 4,5 Mrd. Euro Bundesschatzanweisungen und 9,0 Mrd. Euro Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes. Im März 2025 wurden keine Grünen Bundeswertpapiere begeben.

Die Eigenbestände des Bundes an Bundeswertpapieren erhöhten sich im März 2025 um 1,9 Mrd. Euro auf 208,2 Mrd. Euro. Die Veränderung resultierte aus Sekundärmarktverkäufen in Höhe von 17,9 Mrd. Euro, denen Käufe in Höhe von 12,7 Mrd. Euro und die Erhöhung von Eigenbeständen um 8,7 Mrd. Euro gegenüberstanden. Ferner gab es Fälligkeiten im Eigenbestand in Höhe von 1,6 Mrd. Euro.

Zum Stichtag entfielen 95,5 Prozent des Kreditbestands auf den Bund ohne Darlehensfinanzierung, die restlichen 4,5 Prozent dienten der Darlehensfinanzierung.

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Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung

Im März 2025 erfolgte eine Bruttokreditaufnahme für den Bund ohne Darlehensfinanzierung in Höhe von 31,1 Mrd. Euro. Außerdem wurden 25,7 Mrd. Euro fällige Kredite getilgt. Für Zinszahlungen der Kredite des Bundes ohne Darlehensfinanzierung wurden im März 2025 saldiert 1,2 Mrd. Euro aufgewendet.

Am 31. März 2025 betrug der Kreditbestand des Bundes ohne Darlehensfinanzierung insgesamt 1.617,1 Mrd. Euro. Folglich erhöhte sich dieser gegenüber dem 28. Februar 2025 um 6,6 Mrd. Euro. Der Kreditbestand des Bundeshaushalts lag bei 1.551,5 Mrd. Euro und erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 5,0 Mrd. Euro. Der Kreditbestand des SV BW erhöhte sich im März 2025 um 1,6 Mrd. Euro auf 25,9 Mrd. Euro. Die Kreditbestände für den FMS für Kredite für Aufwendungen gemäß § 9 Abs. 1 StFG (22,2 Mrd. Euro), für den WSF für Kredite für Rekapitalisierungsmaßnahmen gemäß § 22 StFG (0,7 Mrd. Euro) und für den ITF (16,9 Mrd. Euro) veränderten sich gegenüber dem 28. Februar 2025 nicht oder nur sehr geringfügig.

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Entwicklung des Kreditbestands des Bundes zur Darlehensfinanzierung

Im März 2025 erfolgte für den FMS zur Refinanzierung von Darlehen gemäß § 9 Abs. 5 StFG keine Bruttokreditaufnahme. Es wurden jedoch Kredite in Höhe von 0,8 Mrd. Euro getilgt. Für den WSF gab es im März 2025 zur Darlehensfinanzierung gemäß § 23 StFG eine Bruttokreditaufnahme in Höhe von 1,5 Mrd. Euro sowie Tilgungen in Höhe 2,0 Mrd. Euro. Der Kreditbestand belief sich damit per Ende März 2025 auf 55,2 Mrd. Euro (FMS) beziehungsweise 21,4 Mrd. Euro (WSF). Am 31. März 2025 betrug der Gesamtbestand an Krediten zur Darlehensfinanzierung 76,5 Mrd. Euro und verringerte sich damit um 1,3 Mrd. Euro im Vergleich zum Vormonat.

Weitere Einzelheiten können folgenden Tabellen entnommen werden:

  • Entwicklung des Kreditbestands des Bundes im März 2025,
  • Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung im März 2025 und
  • Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren im März 2025.

Im statistischen Anhang sind zusätzlich die beiden erstgenannten Tabellen mit Daten für den bisherigen Jahresverlauf, der nach Restlaufzeitklassen gruppierte Kreditbestand des Bundes sowie die nach Instrumentenart aufgegliederten Daten zum Kreditbestand des Bundes, zur Bruttokreditaufnahme des Bundes, zu den Tilgungen des Bundes und zu den Zinsen für die Kredite des Bundes enthalten.

Die Abbildung „Bruttokreditaufnahme und Kreditbestand des Bundes“ zeigt die Verteilung der Bruttokreditaufnahme und des Kreditbestands auf die Finanzierungsinstrumente. Den größten Anteil an der Bruttokreditaufnahme im laufenden Jahr stellten mit 27,9 Mrd. Euro beziehungsweise 28,6 Prozent die Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes dar, gefolgt von den 10-jährigen Bundesanleihen mit 17,8 Mrd. Euro beziehungsweise 18,2 Prozent.

Balkendiagramm: Bruttokreditaufnahme und Kreditbestand des Bundes (mehr in der Langbeschreibung) BildVergroessern
Quelle:Bundesministerium der Finanzen

Mehr als 99 Prozent des Kreditbestands des Bundes sind in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft. Die konkreten Gläubiger sind dem Bund nicht bekannt.

Details zu den geplanten Emissionen und den Tilgungen von Bundeswertpapieren sind den Pressemitteilungen zum Emissionskalender zu entnehmen.1 Ferner werden auf der Internetpräsenz der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH nach jeder Auktion von Bundeswertpapieren die Auktionsergebnisse veröffentlicht.2

Entwicklung des Kreditbestands des Bundes im März 2025

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Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung im März 2025

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Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapiere im März 2025

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Die Rentenmarktentwicklung im 1. Quartal 2025

Das Geschehen an den internationalen Rentenmärkten wurde im 1. Quartal 2025 durch Konjunktursorgen – maßgeblich ausgelöst durch die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen US-Zollpolitik – sowie die Einschätzung der Marktteilnehmer über die weitere fiskalpolitische Entwicklung bestimmt. Weiterhin beeinflussten die Geldpolitik der Zentralbanken sowie die Erwartung über den zukünftigen Leitzinspfad die Bewegungen an den internationalen Anleihemärkten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England nahmen anhaltende Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung zum Anlass, im 1. Quartal 2025 ihre Leitzinsen weiter zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der nach wie vor über dem Zielwert liegenden Inflationsrate und des soliden Arbeitsmarkts beließ die US-amerikanische Notenbank Fed den Leitzins im gleichen Zeitraum unverändert. Dagegen erhöhte die Bank of Japan den Leitzins weiter, nachdem sie diesen bereits im vergangenen Jahr erstmals seit fast zwei Dekaden angehoben hatte. Die Markterwartung über die zukünftige Geldpolitik, Inflations- und Konjunkturentwicklung sowie die Ankündigung von zusätzlichen fiskalpolitischen Maßnahmen in Europa führten dazu, dass sich die Renditen von Staatsanleihen in den verschiedenen Währungsräumen unterschiedlich entwickelten. Während die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Japan im 1. Quartal 2025 insgesamt stiegen, reduzierten sich die Renditen US-amerikanischer Treasuries gleicher Laufzeit.

Unter dem Einfluss der bereits erfolgten und von Marktteilnehmern noch antizipierten Leitzinssenkungen lagen die Renditen 2-jähriger deutscher Bundeswertpapiere zum Ende des 1. Quartals 2025 mit 2,03 Prozent leicht unter dem Niveau Ende 2024. Dagegen beeinflusste die Ankündigung höherer schuldenfinanzierter Fiskalausgaben für Verteidigung und Infrastruktur in Deutschland die Renditen für Laufzeiten über 2 Jahre, welche dadurch anstiegen. Die Rendite 5-jähriger Bundeswertpapiere stieg auf 2,31 Prozent und lag zum Quartalsultimo etwa 17 Basispunkte über dem Stand zum Ende des Vorjahres. Im langfristigen Laufzeitsegment erhöhten sich die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen um 37 Basispunkte auf 2,73 Prozent. 30-jährige Bundesanleihen rentierten mit 3,07 Prozent etwa 48 Basispunkte höher als Ende des Jahres 2024. Die unterschiedliche Renditeentwicklung im kurz- und langfristigen Segment hatte zur Folge, dass die Zinskurve im Verlauf des 1. Quartals 2025 deutlich steiler wurde.

Renditen von Bundeswertpapieren nach Laufzeiten
Tagesschlussrenditen in Prozent p. a.
31. Dezember 202431. März 2025
 2 Jahre2,072,03
 5 Jahre2,142,31
10 Jahre2,362,73
30 Jahre2,593,07

Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Disinflationsprozesses reduzierte der EZB-Rat im 1. Quartal 2025 in zwei Schritten alle drei Leitzinsen um 50 Basispunkte. Der für den geldpolitischen Kurs relevante Satz für die Einlagefazilität wurde somit auf 2,50 Prozent verringert. Nachdem bereits im September des vergangenen Jahres die Abstände zwischen den Leitzinsen verändert worden waren, betrug der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte zum Quartalsende 2,65 Prozent und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,90 Prozent.

Der EZB-Rat bekräftigte im März seine Entschlossenheit, für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation bei dem mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent zu sorgen. Zukünftige Entscheidungen sollen unverändert datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung getroffen werden, ohne sich im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad festzulegen. Die zukünftigen Zinsbeschlüsse werden weiterhin auf der Beurteilung der Inflationsaussichten, der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren. In den Forwardkurven sind für den Euroraum bis Ende 2025 weitere Leitzinssenkungen in einem Umfang von insgesamt etwa 60 Basispunkten eingepreist.

Die vom Eurosystem gehaltenen Bestände an Wertpapieren zu geldpolitischen Zwecken waren im Berichtsquartal weiter rückläufig. Seit Juli 2024 wurde die Wiederanlage fälliger, im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme erworbener, Wertpapiere im Durchschnitt um monatlich 7,5 Mrd. Euro reduziert und zum Jahresende – wie bereits seit Juli 2023 im Asset Purchase Programme geschehen – komplett eingestellt.

Die Inflationsrate im Euroraum, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI, verringerte sich im Verlauf des 1. Quartals 2025. Im März lag die Jahresänderungsrate des HVPI gemäß einer ersten Schätzung von Eurostat mit 2,2 Prozent 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Dezember des vergangenen Jahres. Den jüngsten, am 6. März vorgelegten EZB-Projektionen zufolge dürfte die jährliche HVPI-Inflationsrate bei durchschnittlich 2,3 Prozent im Jahr 2025 liegen und im Jahr 2026 mit 1,9 Prozent wieder leicht unter dem EZB-Zielwert notieren. Für die Kerninflationsrate (ohne Energie, Lebensmittel, Tabak und Alkohol) wird bis 2026 ein Rückgang auf 2,0 Prozent erwartet. Dieses Maß für den zugrunde liegenden Preisdruck lag im März 2025 aufgrund der relativ persistenten Teuerung bei den Dienstleistungen noch immer auf einem erhöhten Niveau von geschätzten 2,4 Prozent.

Liniendiagramm: Entwicklung der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im 1. Quartal 2025 BildVergroessern
Quelle:LSEG Datastream

Vor dem Hintergrund weiterhin erhöhter Inflationsraten sowie eines soliden Arbeitsmarkts beließ die US-amerikanische Notenbank Fed den Leitzins auf ihren beiden geldpolitischen Sitzungen im 1. Quartal 2025 unverändert auf einer Spanne von 4,25 Prozent bis 4,50 Prozent. Im März kündigte die Notenbank an, den Abbau der Wertpapierbestände ab April zu verlangsamen.

Im Zuge der Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Handelspolitik der USA kamen im Verlauf des 1. Quartals 2025 zunehmend Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung auf. Gleichzeitig verringerte sich der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA nur geringfügig. Im Februar lag die Jahresänderungsrate des Verbraucherpreisindex bei 2,8 Prozent, nachdem sie im Dezember 2024 noch 2,9 Prozent betragen hatte. Als Folge der hartnäckigen Teuerung bei Dienstleistungen reduzierte sich die Kerninflationsrate im Februar gegenüber Dezember des vergangenen Jahres ebenfalls nur geringfügig auf 3,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im März mit 4,2 Prozent geringfügig über dem Stand vom Ende des vergangenen Jahres.

Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank erwarten im Median ihrer März-Projektion eine Fed Funds Rate von 3,9 Prozent zum Jahresende 2025 und 3,4 Prozent zum Jahresende 2026. Damit blieb die Leitzinsprognose im Median gegenüber der Dezember-Projektion unverändert. Die US-Wirtschaft dürfte der jüngsten Fed-Median-Projektion zufolge im aktuellen sowie kommenden Jahr mit jeweils unter 2 Prozent schwächer wachsen als im Dezember angenommen. Gleichzeitig wurde die Einschätzung der zukünftigen Inflation im Median nach oben revidiert.

Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen reduzierten sich im 1. Quartal 2025 um knapp 0,4 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Während sie bis Mitte Januar bis auf knapp 4,8 Prozent angestiegen waren, kam es im weiteren Verlauf des Quartals zu einem deutlichen Renditerückgang. Die Verringerung der langfristigen Renditen spiegelte u. a. eine Teilkorrektur der Konjunkturerwartungen wider, die insbesondere im 4. Quartal des vergangenen Jahres zunehmend positiv erwartet worden war. Des Weiteren dürfte die erhöhte Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige US-Zollpolitik die Renditen der US-Staatsanleihen maßgeblich beeinflusst haben. Da sich – in Anbetracht höherer Leitzinssenkungserwartungen – auch die Renditen von 2-jährigen Treasuries im Verlauf des 1. Quartals in ähnlichem Umfang reduzierten, blieb die Steilheit der Treasury-Zinskurve im Bereich zwischen 2 und 10 Jahren im Vergleich zum Ultimo des Vorquartals nahezu unverändert.

Renditen 10-jähriger Staatsanleihen im 1. Quartal 2025
Tagesschlussrenditen in Prozent p. a.
31. Dezember 202431. März 2025
USA4,574,21
Vereinigtes Königreich4,574,68
Japan1,091,48
Deutschland2,362,73

Die Bank of England senkte ihren Leitzins im Februar um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent. Im März hingegen verzichtete sie vor dem Hintergrund des weiterhin etwas erhöhten inländischen Preisdrucks sowie Lohnwachstums auf eine weitere Zinssenkung. Gleichzeitig verwies das Monetary Policy Committee auf gestiegene handels- und geopolitische Risiken, die zu einem Anstieg der Finanzmarktvolatilität geführt hatten. Die Renditen 10-jähriger Papiere erhöhten sich gegenüber dem Ende des Vorquartals um rund 10 Basispunkte auf knapp 4,7 Prozent.

Weiterhin nahm die Bank of Japan eine Sonderstellung ein. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die Phase der negativen Leitzinsen beendet worden war, erhöhte die Zentralbank im Januar den für die Geldpolitik entscheidenden Zinssatz um 25 Basispunkte auf 0,50 Prozent. Gleichzeitig wurde die Prognose zur zukünftigen Preisentwicklung angehoben. Die Renditen 10-jähriger japanischer Wertpapiere erhöhten sich im 1. Quartal 2025 um knapp 40 Basispunkte auf 1,48 Prozent.

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Sekundärmarkthandel in Bundeswertpapieren 2024

Bruttohandel

Ein wesentlicher Indikator für die Liquidität von Bundeswertpapieren ist die Höhe ihrer Handelsumsätze. Die Banken der „Bietergruppe Bundesemissionen“ nehmen an Bundeswertpapierauktionen teil. In der Folge handeln sie auch am Sekundärmarkt in großem Umfang mit Bundeswertpapieren. Ihre Meldungen geben Aufschluss über das gehandelte Bundeswertpapier, den Kontrahenten und seine Region.

Ein Umsatz von 6.738 Mrd. Euro kürt 2024 zum drittbesten Handelsjahr für Bundeswertpapiere. Dieser Wert übertrifft die beiden nahezu gleichstarken Vorjahre noch einmal um 2 Prozent. Da das Volumen der ausstehenden Bundeswertpapiere mit 3 Prozent annähernd in gleichem Maße zunahm, verharrte die Umschlagshäufigkeit auf dem Vorjahresniveau von 4,0. Im Schnitt wechselte 2024 ein Bundeswertpapier somit viermal seinen Besitzer.

Insbesondere das spürbar reduzierte Emissionsvolumen dürfte den sechsjährigen Aufwärtstrend im Handel mit den Unverzinslichen Schatzanweisungen im vergangenen Jahr gestoppt haben. In Relation zum gesamten Handelsvolumen aller Bundeswertpapiere fiel ihr Anteil im Jahr 2024 von 10 Prozent auf 9 Prozent. Anteilig nahm auch der Handel mit Bundesschatzanweisungen von 16 Prozent auf 14 Prozent ab. Der Anteil der Umsätze mit den seit 2024 nicht mehr begebenen inflationsindexierten Bundeswertpapieren halbierte sich von 2 Prozent auf 1 Prozent. Lediglich im Jahr ihrer Markteinführung 2006 wurden sie weniger gehandelt.

Konstant bei 21 Prozent blieb hingegen der Anteil der Bundesobligationen am Handel mit allen Bundeswertpapieren. Dank 2 Prozent Zuwachs im Handelsvolumen erreichten sie 2024 dennoch einen neuen Rekordwert – ebenso wie die drei jüngsten Wertpapiere des Bundes: die 7- und 15-jährigen Bundesanleihen sowie die Grünen Bundeswertpapiere. Sie legten anteilig jeweils einen Prozentpunkt zu – auf respektive 4 Prozent, 3 Prozent und 2 Prozent. Der Handel 30-jähriger Bundesanleihen stieg anteilig ebenfalls um 1 Prozentpunkt – jedoch nur auf 10 Prozent, den zweithöchsten Wert seit 2005. Mit einem Handelsanteil von 37 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) stachen die 10-jährigen Bundesanleihen weiterhin als bedeutendstes Bundeswertpapier hervor.

Bei den beiden wichtigsten Handelsregionen kam es seit 2022 zu einer Verschiebung innerhalb Europas. Während vor drei Jahren noch 51 Prozent des Handels auf das Übrige Europa (Staaten außerhalb des Euroraums) und 25 Prozent auf den Euroraum entfallen waren, halbierte sich dieser Abstand bis 2024 auf 45 Prozent Übriges Europa und 31 Prozent Handel im Euroraum. Handelspartner aus Asien und Amerika setzten jeweils anteilig 1 Prozentpunkt mehr Bundeswertpapiere um, wobei das Handelsvolumen mit amerikanischen Kontrahenten jenes mit Asien fast dreimal überstieg. Zudem erreichte der Handel mit Amerika 2024 das zweithöchste Niveau seit Statistikbeginn. Auf Afrika und die arabischen Staaten entfiel zusammen rund 1 Prozent des Handelsvolumens.

Bis auf den Umsatzrückgang mit Asset Managern um anteilig 3 Prozentpunkte auf 27 Prozent kam es bei den übrigen Institutionen zu keinen wesentlichen Veränderungen. Zwar markierten 1.848 Mrd. Euro Umsatz mit Asset Managern den dritthöchsten Wert der Zeitreihe, doch dieser lag nur noch knapp über den Umsätzen der Broker, die sich im Jahr 2024 auf 1.767 Mrd. Euro erhöhten und bis zum Jahr 2019 die bedeutendsten Handelspartner gewesen waren. Neben den Brokern steigerten im Jahr 2024 auch Banken ihren Anteil am Handel mit Bundeswertpapieren um einen Prozentpunkt. Alle weiteren Kontrahenten erhöhten ihre Umsätze nur in absoluten Zahlen, was zumindest bei den Hedgefonds, die seit 2022 konstant 15 Prozent der Umsätze generieren, für eine neue Bestmarke reichte.

Bruttohandel in Bundeswertpapieren

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Nettohandel

Werden bei den Meldungen der Sekundärmarktumsätze die Käufe der Bieterbanken von ihren Verkäufen an andere Kontrahenten abgezogen, ergeben sich als Saldo die Nettokäufe oder -verkäufe der Bundeswertpapiere. Sie lassen auf Bestandsbewegungen bei den Kontrahenten der Bieterbanken schließen.

Grundsätzlich sind diese Nettoverkäufe sehr stark mit dem Emissionsvolumen im jeweiligen Jahr korreliert. Analog reichten auch die Nettoverkäufe 2024 in Höhe von 337 Mrd. Euro insgesamt nicht an die Höchstwerte der Jahre 2021 und 2023 heran. Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen, 30-jährige Bundesanleihen und Grüne Bundeswertpapiere verkauften die Bieterbanken jedoch per saldo so umfänglich wie nie zuvor. Erstmals seit 2006 traten sie am Sekundärmarkt sogar als Nettokäufer von inflationsindexierten Bundeswertpapieren in Erscheinung.

Anders als das Vorjahr war das Jahr 2024 für die Kontrahenten kein Jahr der Superlative. Doch für Banken und Pensionsfonds, die mit 81 Mrd. Euro sowie 20 Mrd. Euro nur 1 Mrd. Euro weniger erwarben, folgten auf die Bestmarken sehr gute zweite Plätze. Die Nettokäufe von Hedgefonds verringerten sich in 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Mrd. Euro, verbleiben aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau (40 Mrd. Euro). Versicherungen erwarben mit rund 9 Mrd. Euro per saldo so viele Bundeswertpapiere wie zuvor nur im Jahr 2010. Nachdem die Zentralbanken im Jahr 2023 kurzzeitig von den Asset Managern als aktivste Käufer von Bundeswertpapieren verdrängt worden waren, eroberten sie mit einem starken Plus von 25 Mrd. Euro auf 142 Mrd. Euro an Nettokäufen Platz eins zurück. Umgekehrt reduzierten Asset Manager ihre Käufe unter dem Strich um fast 36 Mrd. Euro auf nur noch 90 Mrd. Euro – immerhin noch das dritthöchste Volumen seit Statistikbeginn.

Verlaufsdiagramm: Handelsvolumen und Umschlagshäufigkeit von Bundeswertpapieren BildVergroessern
Quelle:Bundesministerium der Finanzen, Finanzagentur

Wie schon bei den Kontrahenten fielen im Jahr 2024 auch bei den Regionen die Rekordhalter des Vorjahres auf Platz zwei zurück: Amerikanische Investoren, stark dominiert von den Hedgefonds, tätigten per saldo mit 35 Mrd. Euro nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer Vorjahreskäufe. Anleger aus dem übrigen Europa erwarben mit 160 Mrd. Euro nur circa 4 Mrd. Euro weniger als 2023. Sie bleiben mit Abstand die wichtigsten Käufer der Bundeswertpapiere, gefolgt von Nettokäufern aus dem Euroraum, die ihr Vorjahresvolumen von 104 Mrd. Euro noch einmal um 10 Mrd. Euro steigerten. Übertroffen wurde dieser Zuwachs nur noch von den asiatischen Handelspartnern, die netto 11 Mrd. Euro mehr als im Jahr 2023 und damit fast 28 Mrd. Euro erwarben. Aus Afrika und den arabischen Staaten wurden per saldo erneut nur niedrige einstellige Milliardenbeträge ge- beziehungsweise verkauft.

Fußnoten

1

Internetseite der Finanzagentur: Emissionskalender

2

Internetseite der Finanzagentur: Emissionsergebnisse