Bis das Haushaltsgesetz 2025 vom Deutschen Bundestag verabschiedet und im Bundesgesetzblatt verkündet ist, arbeitet die Bundesregierung im Rahmen der sogenannten vorläufigen Haushaltsführung, die im Wesentlichen auf Art. 111 Grundgesetz basiert (s. a. hierzu Monatsbericht des BMF vom Dezember 2024 „Vorläufige Haushaltsführung 2025“). Da das Soll des Bundeshaushalts 2025 damit derzeit noch nicht feststeht, können in den folgenden Tabellen auch keine Sollwerte dargestellt werden.
Einnahmen
Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich bis einschließlich August 2025 auf 273,2 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 5,2 Prozent (+13,6 Mrd. Euro) höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuereinnahmen betrugen 247,6 Mrd. Euro und stiegen damit um 6,4 Prozent (+14,8 Mrd. Euro) gegenüber dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums an. Für weitere Informationen zu den Steuereinnahmen s. a. „Steuereinnahmen im August 2025“ in dieser Ausgabe des Monatsberichts.
Die Sonstigen Einnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 25,6 Mrd. Euro um 4,5 Prozent (-1,2 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Dabei waren die Verwaltungseinnahmen um 3,7 Mrd. Euro höher als im Vorjahreszeitraum, insbesondere aufgrund von um 2,4 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der Abwicklung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds-Energie und um 0,5 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der streckenbezogenen Lkw-Maut. Dagegen waren die Einnahmen aus der Veräußerung von Beteiligungen um 3,5 Mrd. Euro geringer als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen im Zusammenhang mit dem Windenergie-auf-See-Gesetz gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,2 Mrd. Euro zurück.
Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen von Januar bis August 2025 insgesamt 319,0 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums um 6,5 Prozent beziehungsweise 19,4 Mrd. Euro. Nach ökonomischen Arten gegliedert nahmen sowohl die investiven Ausgaben (+10,0 Prozent beziehungsweise +2,6 Mrd. Euro) als auch die konsumtiven Ausgaben (+6,1 Prozent beziehungsweise +16,8 Mrd. Euro) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis zu.
Bei den konsumtiven Ausgaben stiegen insbesondere die laufenden Zuweisungen und Zuschüsse (+9,8 Prozent beziehungsweise +18,8 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Finanzierung der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) zum 1. Januar 2025 in den Kernhaushalt integriert wurde. Zuvor waren die Zahlungen für die EEG-Umlage im Klima- und Transformationsfonds etatisiert. Für diesen Zweck wurden bis einschließlich August 2025 rund 11,8 Mrd. Euro verausgabt. Darüber hinaus wurde ein um 2,4 Mrd. Euro höherer Zuschuss an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die pauschale Abgeltung der Aufwendungen der Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben wurden dem Gesundheitsfonds 0,8 Mrd. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum zugewiesen. Die Zinsausgaben gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12,2 Prozent beziehungsweise 3,5 Mrd. Euro zurück, was zum Teil auch auf die geänderte Buchungspraxis der Zinsausgaben zurückzuführen war. Seit Jahresbeginn werden diese periodengerecht veranschlagt, was zu Minderausgaben im Bundeshaushalt führt, da eingeplante Disagien periodengerecht verteilt werden und der bisher nötige Schwankungspuffer bei den Zinsausgaben deutlich reduziert werden kann.
Zum Anstieg der investiven Ausgaben trugen vor allem höhere Finanzierungshilfen (+11,9 Prozent beziehungsweise +2,7 Mrd. Euro) bei. Dabei wurde zur Erhöhung des Eigenkapitals der Deutschen Bahn AG ein um 1,2 Mrd. Euro höherer Beitrag als im Vorjahreszeitraum geleistet. Außerdem wurde ein unterjähriges Liquiditätshilfe-Darlehen in Höhe von 1,6 Mrd. Euro an die Bundesagentur für Arbeit vergeben. Sowohl die Eigenkapitalerhöhung als auch das Darlehen sind haushaltsrechtlich als investive Ausgabe zu buchen. Die Sachinvestitionen lagen leicht unterhalb des Vorjahresniveaus (-1,7 Prozent beziehungsweise -0,1 Mrd. Euro).
Ende August 2025 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 45,8 Mrd. Euro auf.
Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen. Dies gilt in diesem Jahr aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung in besonderem Maße.
Entwicklung des Bundeshaushalts
Entwicklung des Bundeshaushalts
Ist 2024
Ist-Entwicklung
August 2025¹
Ausgaben (Mrd. Euro)²
465,7
319,0
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+6,5
Einnahmen (Mrd. Euro)³
440,6
273,2
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+5,2
Steuereinnahmen (Mrd. Euro)
375,0
247,6
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Rückflüsse von notlagenkreditfinanzierten Ausgaben (Mrd. Euro)
-8,5
-
Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
1 Buchungsergebnisse.
2 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
3 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Leistungen des Bundes für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II
12.360
2,7
8.292
8.331
+0,5
Soziale Leistungen nach dem SGB XII und dem Asylbewerberleistungsgesetz
11.107
2,4
8.227
8.879
+7,9
Sonstige soziale Angelegenheiten
1.322
0,3
-969
498
-151,4
Gesundheit, Umwelt, Sport, Erholung
6.121
1,3
2.757
2.443
-11,4
Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste
4.084
0,9
1.775
1.974
+11,2
Wohnungswesen, Wohnungsbauprämie
2.759
0,6
1.503
1.701
+13,2
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1.447
0,3
561
445
-20,6
Energie- und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen
8.447
1,8
3.220
15.912
+394,2
Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung
1.324
0,3
577
12.495
X
Sonstiges im Bereich Gewerbe und Dienstleistungen
2.171
0,5
655
1.276
+95,0
Regionale Förderungsmaßnahmen
2.776
0,6
1.124
1.189
+5,8
Verkehrs- und Nachrichtenwesen
36.380
7,8
18.287
18.758
+2,6
Straßen
10.722
2,3
5.743
5.425
-5,5
Eisenbahnen und öffentlicher Personennahverkehr
17.640
3,8
7.776
8.415
+8,2
Allgemeine Finanzwirtschaft
42.952
9,2
33.783
30.265
-10,4
Grund- und Kapitalvermögen, Sondervermögen und Finanzzuweisungen
7.515
1,6
4.026
3.998
-0,7
Zinsausgaben und Ausgaben im Zusammenhang mit der Schuldenaufnahme
34.261
7,4
28.962
25.436
-12,2
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
299.587
318.960
+6,5
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Ist 2024
Ist-Entwicklung
Unterjährige
Veränderung
gegenüber
Vorjahr
August 2024
August 2025
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
in Prozent
Konsumtive Ausgaben
409.011
87,8
273.624
290.397
+6,1
Personalausgaben
42.441
9,1
28.835
29.897
+3,7
Aktivbezüge
31.530
6,8
21.219
21.942
+3,4
Versorgung
10.910
2,3
7.617
7.956
+4,5
Laufender Sachaufwand
41.959
9,0
22.830
23.184
+1,6
Sächliche Verwaltungsausgaben
23.297
5,0
13.993
13.885
-0,8
Militärische Beschaffungen
14.675
3,2
7.509
7.310
-2,7
Sonstiger laufender Sachaufwand
3.987
0,9
1.328
1.989
+49,8
Zinsausgaben
34.223
7,3
28.931
25.410
-12,2
Laufende Zuweisungen und Zuschüsse
288.692
62,0
191.675
210.494
+9,8
an Verwaltungen
42.905
9,2
28.058
29.221
+4,1
an andere Bereiche
245.787
52,8
163.617
181.272
+10,8
darunter:
Unternehmen
35.471
7,6
19.100
32.656
+71,0
Renten, Unterstützungen u. a.
41.734
9,0
28.359
28.615
+0,9
Sozialversicherungen
144.758
31,1
104.099
108.917
+4,6
Sonstige Vermögensübertragungen
1.697
0,4
1.352
1.412
+4,4
Investive Ausgaben
56.658
12,2
25.962
28.563
+10,0
Sachinvestitionen
7.453
1,6
3.628
3.568
-1,7
Baumaßnahmen
4.420
0,9
2.194
2.227
+1,5
Erwerb von beweglichen Sachen
2.747
0,6
1.363
1.276
-6,4
Grunderwerb
287
0,1
71
65
-8,5
Finanzierungshilfen
49.205
10,6
22.335
24.996
+11,9
Erwerb von Beteiligungen, Kapitaleinlagen
5.619
1,2
3.121
4.604
+47,5
Darlehensgewährungen, Gewährleistungen
1.904
0,4
758
2.606
+243,8
Zuweisungen und Zuschüsse
41.682
9,0
18.456
17.786
-3,6
Globalansätze
-
0,0
0
0
X
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
299.587
318.960
+6,5
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
1 Abweichungen zur Tabelle „Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr“ sind methodisch bedingt.
2 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.