BMF-Monatsbericht November 2025

Inhalt

Entwicklung des Bundeshaushalts bis einschließlich Oktober 2025

20.11.2025

Einnahmen

Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich bis einschließlich Oktober 2025 auf 338,8 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 2,0 Prozent (+6,7 Mrd. Euro) höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuereinnahmen betrugen 307,7 Mrd. Euro und stiegen damit um 4,6 Prozent (+13,5 Mrd. Euro) gegenüber dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums an. Für weitere Informationen zu den Steuereinnahmen s. a.Steuereinnahmen im Oktober 2025“ in dieser Ausgabe des Monatsberichts.

Die Sonstigen Einnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 31,1 Mrd. Euro um 17,8 Prozent (-6,8 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Dabei wurde der Rückgang der Einnahmen gedämpft durch höhere Verwaltungseinnahmen im Umfang von 1,9 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, insbesondere aufgrund von um 1,0 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der Abwicklung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds-Energie und um 0,4 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der streckenbezogenen Lkw-Maut. Dagegen waren die Einnahmen aus der Veräußerung von Beteiligungen um 3,5 Mrd. Euro geringer als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen im Zusammenhang mit dem Windenergie-auf-See-Gesetz gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,1 Mrd. Euro zurück. Zudem hat es im Vorjahr einen Sondereffekt gegeben, der im Jahr 2025 zu geringeren Einnahmen im Bundeshaushalt beiträgt: Infolge der Auflösung des Sondervermögens „Digitale Infrastruktur“ sind 2024 Mittel in Höhe von 4,1 Mrd. Euro in den Kernhaushalt überführt worden, da die Finanzhilfen an die Länder zur Umsetzung des DigitalPakts Schule sowie die Förderung des Breitband- und Giganetzausbaus nunmehr über den Kernhaushalt finanziert werden.

Zum Seitenanfang

Ausgaben

Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen auf der Basis der derzeitigen Buchungsergebnisse von Januar bis Oktober 2025 insgesamt 405,6 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums um 9,1 Prozent beziehungsweise 33,9 Mrd. Euro. Nach ökonomischen Arten gegliedert nahmen sowohl die investiven Ausgaben (+30,6 Prozent beziehungsweise +10,3 Mrd. Euro) als auch die konsumtiven Ausgaben (+7,0 Prozent beziehungsweise +23,6 Mrd. Euro) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis zu.

Bei den konsumtiven Ausgaben stiegen insbesondere die laufenden Zuweisungen und Zuschüsse (+9,9 Prozent beziehungsweise +23,7 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Finanzierung der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) zum 1. Januar 2025 in den Kernhaushalt integriert worden war. Zuvor waren die Zahlungen für die EEG-Umlage im Klima- und Transformationsfonds etatisiert. Für diesen Zweck wurden bis einschließlich Oktober 2025 rund 15,0 Mrd. Euro verausgabt. Darüber hinaus wurde ein um 2,9 Mrd. Euro höherer Zuschuss an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wurden 1,0 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr erstattet. Darüber hinaus wurden um 0,9 Mrd. Euro höhere Beitragszahlungen für Kindererziehungszeiten an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die pauschale Abgeltung der Aufwendungen der Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben wurden dem Gesundheitsfonds 0,8 Mrd. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum zugewiesen. Die Zinsausgaben gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 9,0 Prozent beziehungsweise 2,8 Mrd. Euro zurück, was zum Teil auch auf die geänderte Buchungspraxis der Zinsausgaben zurückzuführen war. Seit Jahresbeginn werden diese periodengerecht veranschlagt.

Zum Anstieg der investiven Ausgaben trugen vor allem höhere Finanzierungshilfen (+35,9 Prozent beziehungsweise +10,4 Mrd. Euro) bei. Dabei wurde zur Erhöhung des Eigenkapitals der Deutschen Bahn AG ein um 5,2 Mrd. Euro höherer Beitrag als im Vorjahreszeitraum geleistet. Außerdem trägt das unterjährige Liquiditätshilfe-Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 2,6 Mrd. Euro zu den höheren Ausgaben bei. Der Gesundheitsfonds erhielt ein überjähriges Darlehen in Höhe von 2,3 Mrd. Euro. Sowohl die Eigenkapitalerhöhung als auch die Darlehen sind haushaltsrechtlich als investive Ausgabe zu buchen. Die Sachinvestitionen lagen um 1,8 Prozent beziehungsweise 0,1 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vorjahres.

Zum Seitenanfang

Finanzierungssaldo

Ende Oktober 2025 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 66,8 Mrd. Euro auf.

Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen.

Entwicklung des Bundeshaushalts

Tabelle vergrößern
Tabelle 1

Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach Aufgabenbereichen

Tabelle vergrößern
Tabelle 2

Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten

Tabelle vergrößern
Tabelle 3

Entwicklung der Einnahmen des Bundeshaushalts

Tabelle vergrößern
Tabelle 4