Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich bis einschließlich Oktober 2025 auf 338,8 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 2,0 Prozent (+6,7 Mrd. Euro) höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuereinnahmen betrugen 307,7 Mrd. Euro und stiegen damit um 4,6 Prozent (+13,5 Mrd. Euro) gegenüber dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums an. Für weitere Informationen zu den Steuereinnahmen s. a. „Steuereinnahmen im Oktober 2025“ in dieser Ausgabe des Monatsberichts.
Die Sonstigen Einnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 31,1 Mrd. Euro um 17,8 Prozent (-6,8 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Dabei wurde der Rückgang der Einnahmen gedämpft durch höhere Verwaltungseinnahmen im Umfang von 1,9 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, insbesondere aufgrund von um 1,0 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der Abwicklung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds-Energie und um 0,4 Mrd. Euro höheren Einnahmen aus der streckenbezogenen Lkw-Maut. Dagegen waren die Einnahmen aus der Veräußerung von Beteiligungen um 3,5 Mrd. Euro geringer als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen im Zusammenhang mit dem Windenergie-auf-See-Gesetz gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,1 Mrd. Euro zurück. Zudem hat es im Vorjahr einen Sondereffekt gegeben, der im Jahr 2025 zu geringeren Einnahmen im Bundeshaushalt beiträgt: Infolge der Auflösung des Sondervermögens „Digitale Infrastruktur“ sind 2024 Mittel in Höhe von 4,1 Mrd. Euro in den Kernhaushalt überführt worden, da die Finanzhilfen an die Länder zur Umsetzung des DigitalPakts Schule sowie die Förderung des Breitband- und Giganetzausbaus nunmehr über den Kernhaushalt finanziert werden.
Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen auf der Basis der derzeitigen Buchungsergebnisse von Januar bis Oktober 2025 insgesamt 405,6 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums um 9,1 Prozent beziehungsweise 33,9 Mrd. Euro. Nach ökonomischen Arten gegliedert nahmen sowohl die investiven Ausgaben (+30,6 Prozent beziehungsweise +10,3 Mrd. Euro) als auch die konsumtiven Ausgaben (+7,0 Prozent beziehungsweise +23,6 Mrd. Euro) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis zu.
Bei den konsumtiven Ausgaben stiegen insbesondere die laufenden Zuweisungen und Zuschüsse (+9,9 Prozent beziehungsweise +23,7 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Finanzierung der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) zum 1. Januar 2025 in den Kernhaushalt integriert worden war. Zuvor waren die Zahlungen für die EEG-Umlage im Klima- und Transformationsfonds etatisiert. Für diesen Zweck wurden bis einschließlich Oktober 2025 rund 15,0 Mrd. Euro verausgabt. Darüber hinaus wurde ein um 2,9 Mrd. Euro höherer Zuschuss an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wurden 1,0 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr erstattet. Darüber hinaus wurden um 0,9 Mrd. Euro höhere Beitragszahlungen für Kindererziehungszeiten an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die pauschale Abgeltung der Aufwendungen der Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben wurden dem Gesundheitsfonds 0,8 Mrd. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum zugewiesen. Die Zinsausgaben gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 9,0 Prozent beziehungsweise 2,8 Mrd. Euro zurück, was zum Teil auch auf die geänderte Buchungspraxis der Zinsausgaben zurückzuführen war. Seit Jahresbeginn werden diese periodengerecht veranschlagt.
Zum Anstieg der investiven Ausgaben trugen vor allem höhere Finanzierungshilfen (+35,9 Prozent beziehungsweise +10,4 Mrd. Euro) bei. Dabei wurde zur Erhöhung des Eigenkapitals der Deutschen Bahn AG ein um 5,2 Mrd. Euro höherer Beitrag als im Vorjahreszeitraum geleistet. Außerdem trägt das unterjährige Liquiditätshilfe-Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 2,6 Mrd. Euro zu den höheren Ausgaben bei. Der Gesundheitsfonds erhielt ein überjähriges Darlehen in Höhe von 2,3 Mrd. Euro. Sowohl die Eigenkapitalerhöhung als auch die Darlehen sind haushaltsrechtlich als investive Ausgabe zu buchen. Die Sachinvestitionen lagen um 1,8 Prozent beziehungsweise 0,1 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vorjahres.
Ende Oktober 2025 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 66,8 Mrd. Euro auf.
Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen.
Entwicklung des Bundeshaushalts
Entwicklung des Bundeshaushalts
Ist 2024
Soll 2025
Ist-Entwicklung
Oktober 2025¹
Ausgaben (Mrd. Euro)²
465,7
502,5
405,6
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+9,1
Einnahmen (Mrd. Euro)³
440,6
420,6
338,8
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+2,0
Steuereinnahmen (Mrd. Euro)
375,0
386,8
307,7
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Rückflüsse von notlagenkreditfinanzierten Ausgaben (Mrd. Euro)
-8,5
-
-
Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
1 Buchungsergebnisse.
2 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
3 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Leistungen des Bundes für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II
12.360
2,7
13.000
2,6
10.334
10.429
+0,9
Soziale Leistungen nach dem SGB XII und dem Asylbewerberleistungsgesetz
11.107
2,4
11.777
2,3
10.390
11.291
+8,7
Sonstige soziale Angelegenheiten
1.322
0,3
1.387
0,3
-858
814
-194,9
Gesundheit, Umwelt, Sport, Erholung
6.121
1,3
4.867
1,0
3.663
3.206
-12,5
Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste
4.084
0,9
4.432
0,9
2.566
2.639
+2,8
Wohnungswesen, Wohnungsbauprämie
2.759
0,6
3.323
0,7
2.017
2.107
+4,5
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1.447
0,3
1.701
0,3
741
632
-14,7
Energie- und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen
8.447
1,8
27.699
5,5
4.485
20.961
+367,3
Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung
1.324
0,3
18.417
3,7
735
15.804
X
Sonstiges im Bereich Gewerbe und Dienstleistungen
2.171
0,5
5.115
1,0
1.140
3.299
+189,3
Regionale Förderungsmaßnahmen
2.776
0,6
2.374
0,5
1.540
714
-53,6
Verkehrs- und Nachrichtenwesen
36.380
7,8
31.307
6,2
23.287
26.704
+14,7
Straßen
10.722
2,3
7.612
1,5
7.565
7.134
-5,7
Eisenbahnen und öffentlicher Personennahverkehr
17.640
3,8
15.278
3,0
9.505
13.526
+42,3
Allgemeine Finanzwirtschaft
42.952
9,2
38.554
7,7
37.678
34.859
-7,5
Grund- und Kapitalvermögen, Sondervermögen und Finanzzuweisungen
7.515
1,6
9.920
2,0
5.037
4.985
-1,0
Zinsausgaben und Ausgaben im Zusammenhang mit der Schuldenaufnahme
34.261
7,4
30.189
6,0
31.623
28.789
-9,0
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
502.546
100,0
371.724
405.605
+9,1
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Ist 2024
Soll 2025
Ist-Entwicklung
Unterjährige
Veränderung
gegenüber
Vorjahr
Oktober
2024
Oktober
2025
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
in Prozent
Konsumtive Ausgaben
409.011
87,8
445.787
88,7
338.125
361.739
+7,0
Personalausgaben
42.441
9,1
45.157
9,0
36.109
37.423
+3,6
Aktivbezüge
31.530
6,8
33.861
6,7
26.551
27.507
+3,6
Versorgung
10.910
2,3
11.296
2,2
9.558
9.916
+3,7
Laufender Sachaufwand
41.959
9,0
52.416
10,4
29.654
30.961
+4,4
Sächliche Verwaltungsausgaben
23.297
5,0
25.795
5,1
17.714
17.704
-0,1
Militärische Beschaffungen
14.675
3,2
22.234
4,4
9.705
10.367
+6,8
Sonstiger laufender Sachaufwand
3.987
0,9
4.387
0,9
2.235
2.890
+29,3
Zinsausgaben
34.223
7,3
30.152
6,0
31.590
28.759
-9,0
Laufende Zuweisungen und Zuschüsse
288.692
62,0
316.240
62,9
239.213
262.959
+9,9
an Verwaltungen
42.905
9,2
44.132
8,8
35.759
37.342
+4,4
an andere Bereiche
245.787
52,8
272.108
54,1
203.454
225.616
+10,9
darunter:
Unternehmen
35.471
7,6
54.097
10,8
24.579
41.612
+69,3
Renten, Unterstützungen u. a.
41.734
9,0
44.958
8,9
35.351
35.614
+0,7
Sozialversicherungen
144.758
31,1
150.264
29,9
128.178
133.928
+4,5
Sonstige Vermögensübertragungen
1.697
0,4
1.822
0,4
1.558
1.636
+5,0
Investive Ausgaben
56.658
12,2
62.732
12,5
33.598
43.867
+30,6
Sachinvestitionen
7.453
1,6
9.698
1,9
4.784
4.700
-1,8
Baumaßnahmen
4.420
0,9
6.514
1,3
3.014
3.004
-0,3
Erwerb von beweglichen Sachen
2.747
0,6
2.996
0,6
1.685
1.615
-4,2
Grunderwerb
287
0,1
188
0,0
85
80
-5,9
Finanzierungshilfen
49.205
10,6
53.034
10,6
28.815
39.167
+35,9
Erwerb von Beteiligungen, Kapitaleinlagen
5.619
1,2
8.939
1,8
3.121
8.627
+176,4
Darlehensgewährungen, Gewährleistungen
1.904
0,4
12.547
2,5
838
8.039
+859,3
Zuweisungen und Zuschüsse
41.682
9,0
31.549
6,3
24.856
22.501
-9,5
Globalansätze
-
0,0
-5.972
-1,2
-
-
0,0
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
502.546
100,0
371.724
405.605
+9,1
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
1 Abweichungen zur Tabelle „Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr“ sind methodisch bedingt.
2 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.