Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich bis einschließlich November 2025 auf 369,1 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 0,8 Prozent (+2,8 Mrd. Euro) höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Steuereinnahmen betrugen 334,1 Mrd. Euro und stiegen damit um 3,8 Prozent (+12,2 Mrd. Euro) gegenüber dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums an. Für weitere Informationen zu den Steuereinnahmen s. a. „Steuereinnahmen im November 2025“ in dieser Ausgabe des Monatsberichts.
Die Sonstigen Einnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 35,0 Mrd. Euro um 21,1 Prozent (-9,4 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Dabei waren die Einnahmen aus der Veräußerung von Beteiligungen um 3,5 Mrd. Euro geringer als im Zeitraum Januar bis November des vergangenen Jahres. Auch die Einnahmen aus der Abwicklung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds-Energie lagen um 2,2 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Zudem hat es im Vorjahr einen Sondereffekt gegeben, der im Jahr 2025 zu geringeren Einnahmen im Bundeshaushalt beiträgt: Infolge der Auflösung des Sondervermögens „Digitale Infrastruktur“ wurden im Jahr 2024 Mittel in Höhe von 4,1 Mrd. Euro in den Kernhaushalt überführt, da die Finanzhilfen an die Länder zur Umsetzung des DigitalPakts Schule sowie die Förderung des Breitband- und Giganetzausbaus nunmehr über den Kernhaushalt finanziert werden.
Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen auf der Basis der derzeitigen Buchungsergebnisse von Januar bis November 2025 insgesamt 442,5 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums um 6,2 Prozent beziehungsweise 25,7 Mrd. Euro. Nach ökonomischen Arten gegliedert nahmen sowohl die investiven Ausgaben (+2,9 Prozent beziehungsweise +1,2 Mrd. Euro) als auch die konsumtiven Ausgaben (+6,5 Prozent beziehungsweise +24,5 Mrd. Euro) gegenüber dem entsprechenden Vorjahresergebnis zu.
Bei den konsumtiven Ausgaben stiegen insbesondere die laufenden Zuweisungen und Zuschüsse (+9,4 Prozent beziehungsweise +25,1 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg war vor allem darauf zurückzuführen, dass die Finanzierung der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Gesetz) zum 1. Januar 2025 in den Kernhaushalt integriert worden war. Zuvor waren die Zahlungen für die EEG-Umlage im Klima- und Transformationsfonds etatisiert gewesen. Für diesen Zweck wurden bis einschließlich November 2025 rund 16,1 Mrd. Euro verausgabt. Darüber hinaus wurde ein um 3,4 Mrd. Euro höherer Zuschuss an die allgemeine Rentenversicherung geleistet. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und die pauschale Abgeltung der Aufwendungen der Krankenkassen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben wurden jeweils 0,8 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr verausgabt. Die Zinsausgaben gingen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12,9 Prozent beziehungsweise 4,3 Mrd. Euro zurück, was zum Teil auch auf die geänderte Buchungspraxis der Zinsausgaben zurückzuführen war. Seit Jahresbeginn werden diese periodengerecht veranschlagt.
Zum Anstieg der investiven Ausgaben trugen höhere Finanzierungshilfen (+3,7 Prozent beziehungsweise +1,4 Mrd. Euro) bei. Dabei wurde zur Erhöhung des Eigenkapitals der Deutschen Bahn AG ein um 2,8 Mrd. Euro höherer Beitrag als im Vorjahreszeitraum geleistet. Außerdem trägt das unterjährige Liquiditätshilfe-Darlehen an die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 2,3 Mrd. Euro zu den höheren Ausgaben bei. Der Gesundheitsfonds erhielt ein überjähriges Darlehen in Höhe von 2,3 Mrd. Euro. Sowohl die Eigenkapitalerhöhung als auch die Darlehen sind haushaltsrechtlich als investive Ausgaben zu buchen. Die Baukostenzuschüsse für einen Infrastrukturbeitrag zur Erhaltung der Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes und die investiven Zuschüsse an die Autobahn GmbH des Bundes wurden dagegen im Bundeshaushalt reduziert, da diese Investitionen nun vorrangig aus dem neu gegründeten Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität finanziert wurden. Die Sachinvestitionen lagen um 2,8 Prozent beziehungsweise 0,2 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vorjahres.
Ende November 2025 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 73,4 Mrd. Euro auf.
Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen.
Entwicklung des Bundeshaushalts
Entwicklung des Bundeshaushalts
Ist 2024
Soll 2025
Ist-Entwicklung
November 2025¹
Ausgaben (Mrd. Euro)²
465,7
502,5
442,5
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+6,2
Einnahmen (Mrd. Euro)³
440,6
420,6
369,1
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+0,8
Steuereinnahmen (Mrd. Euro)
375,0
386,8
334,1
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Rückflüsse von notlagenkreditfinanzierten Ausgaben (Mrd. Euro)
-8,5
-
-
Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
1 Buchungsergebnisse.
2 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
3 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Leistungen des Bundes für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II
12.360
2,7
13.000
2,6
11.389
11.524
+1,2
Soziale Leistungen nach dem SGB XII und dem Asylbewerberleistungsgesetz
11.107
2,4
11.777
2,3
11.103
11.856
+6,8
Sonstige soziale Angelegenheiten
1.322
0,3
1.387
0,3
-470
992
-311,1
Gesundheit, Umwelt, Sport, Erholung
6.121
1,3
4.867
1,0
4.916
3.917
-20,3
Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste
4.084
0,9
4.432
0,9
3.089
3.405
+10,2
Wohnungswesen, Wohnungsbauprämie
2.759
0,6
3.323
0,7
2.222
2.503
+12,6
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1.447
0,3
1.701
0,3
927
752
-18,8
Energie- und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen
8.447
1,8
27.699
5,5
5.482
22.304
+306,8
Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung
1.324
0,3
18.417
3,7
1.107
16.742
X
Sonstiges im Bereich Gewerbe und Dienstleistungen
2.171
0,5
5.115
1,0
1.239
3.375
+172,5
Regionale Förderungsmaßnahmen
2.776
0,6
2.374
0,5
1.909
823
-56,9
Verkehrs- und Nachrichtenwesen
36.380
7,8
31.307
6,2
29.011
24.196
-16,6
Straßen
10.722
2,3
7.612
1,5
8.864
6.252
-29,5
Eisenbahnen und öffentlicher Personennahverkehr
17.640
3,8
15.278
3,0
13.044
10.968
-15,9
Allgemeine Finanzwirtschaft
42.952
9,2
38.554
7,7
40.155
35.793
-10,9
Grund- und Kapitalvermögen, Sondervermögen und Finanzzuweisungen
7.515
1,6
9.920
2,0
5.558
5.456
-1,8
Zinsausgaben und Ausgaben im Zusammenhang mit der Schuldenaufnahme
34.261
7,4
30.189
6,0
33.501
29.168
-12,9
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
502.546
100,0
416.794
442.522
+6,2
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Ist 2024
Soll 2025
Ist-Entwicklung
Unterjährige
Veränderung
gegenüber
Vorjahr
Novem-
ber 2024
Novem-
ber 2025
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
in Prozent
Konsumtive Ausgaben
409.011
87,8
445.787
88,7
374.598
399.122
+6,5
Personalausgaben
42.441
9,1
45.157
9,0
40.106
41.903
+4,5
Aktivbezüge
31.530
6,8
33.861
6,7
29.652
30.927
+4,3
Versorgung
10.910
2,3
11.296
2,2
10.454
10.976
+5,0
Laufender Sachaufwand
41.959
9,0
52.416
10,4
33.401
35.257
+5,6
Sächliche Verwaltungsausgaben
23.297
5,0
25.795
5,1
19.779
20.343
+2,9
Militärische Beschaffungen
14.675
3,2
22.234
4,4
11.038
11.706
+6,1
Sonstiger laufender Sachaufwand
3.987
0,9
4.387
0,9
2.583
3.208
+24,2
Zinsausgaben
34.223
7,3
30.152
6,0
33.467
29.136
-12,9
Laufende Zuweisungen und Zuschüsse
288.692
62,0
316.240
62,9
266.046
291.180
+9,4
an Verwaltungen
42.905
9,2
44.132
8,8
39.213
40.567
+3,5
an andere Bereiche
245.787
52,8
272.108
54,1
226.832
250.613
+10,5
darunter:
Unternehmen
35.471
7,6
54.097
10,8
28.922
46.070
+59,3
Renten, Unterstützungen u. a.
41.734
9,0
44.958
8,9
38.817
39.068
+0,6
Sozialversicherungen
144.758
31,1
150.264
29,9
140.493
148.004
+5,3
Sonstige Vermögensübertragungen
1.697
0,4
1.822
0,4
1.579
1.646
+4,2
Investive Ausgaben
56.658
12,2
62.732
12,5
42.195
43.401
+2,9
Sachinvestitionen
7.453
1,6
9.698
1,9
5.670
5.514
-2,8
Baumaßnahmen
4.420
0,9
6.514
1,3
3.524
3.544
+0,6
Erwerb von beweglichen Sachen
2.747
0,6
2.996
0,6
1.894
1.873
-1,1
Grunderwerb
287
0,1
188
0,0
253
97
-61,7
Finanzierungshilfen
49.205
10,6
53.034
10,6
36.525
37.887
+3,7
Erwerb von Beteiligungen, Kapitaleinlagen
5.619
1,2
8.939
1,8
5.601
8.627
+54,0
Darlehensgewährungen, Gewährleistungen
1.904
0,4
12.547
2,5
990
7.782
+686,1
Zuweisungen und Zuschüsse
41.682
9,0
31.549
6,3
29.935
21.477
-28,3
Globalansätze
-
0,0
-5.972
-1,2
-
-
-
Ausgaben insgesamt¹
465.670
100,0
502.546
100,0
416.794
442.522
+6,2
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags und den Tilgungsausgaben aufgrund nicht-struktureller Einnahmen aus zurückgezahlten Notlagenmitteln. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
1 Abweichungen zur Tabelle „Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr“ sind methodisch bedingt.
2 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.