Die Kreditaufnahme des Bundes dient der Finanzierung des Bundeshaushalts und der Sondervermögen des Bundes. Sondervermögen werden unterschieden in solche Sondervermögen, die über den Bundeshaushalt oder andere Einnahmen mitfinanziert werden, und Sondervermögen mit eigener Kreditermächtigung: Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), Investitions- und Tilgungsfonds (ITF), Sondervermögen Bundeswehr (SV BW) und das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK). Die gesetzlichen Vorgaben zur Kreditaufnahme für die Sondervermögen mit eigener Kreditermächtigung werden durch die Errichtungsgesetze der jeweiligen Sondervermögen geregelt.
Die nachfolgenden Erläuterungen zur Kreditaufnahme des Bundes und der Sondervermögen beziehen sich
- erst auf den gesamten Kreditbestand des Bundes,
- nachfolgend auf den Kreditbestand des Bundes ohne Darlehensfinanzierung und
- anschließend auf den Kreditbestand des Bundes zur Darlehensfinanzierung.1
Im Folgenden werden die Begriffe „Kreditbestand“ sowie „Bruttokreditaufnahme“ verwendet. Kreditbestand beschreibt dabei das Gesamtvolumen der zum Berichtszeitpunkt aufgenommenen Kredite zu Nennwerten. Die Bruttokreditaufnahme entspricht dagegen dem Volumen der innerhalb des abgelaufenen Monats oder innerhalb des Jahres aufgenommenen Kredite zur Finanzierung des kassenwirksamen Anteils der Nettokreditaufnahme sowie zur Refinanzierung fällig werdender Kredite. Die Darstellung der Bruttokreditaufnahme zeigt die kassenwirksamen Beträge zum Verkauf und die monatlichen beziehungsweise jährlichen Anteile der periodengerecht berücksichtigten Stückzinsen, Agien und Disagien.
Entwicklung des Kreditbestands des Bundes
Der Bund hatte am 31. Dezember 2025 einen Kreditbestand in Höhe von 1.793,9 Mrd. Euro. Der Kreditbestand erhöhte sich zum 31. März 2026 um 28,0 Mrd. Euro auf 1.821,8 Mrd. Euro. Diese Erhöhung resultierte aus einer Bruttokreditaufnahme im Volumen von 124,3 Mrd. Euro, denen Fälligkeiten im Volumen von 99,1 Mrd. Euro gegenüberstanden. Im Jahr 2026 wurden bis Ende März für Zinszahlungen aller auch in früheren Jahren aufgenommenen bestehenden Kredite saldiert 7,8 Mrd. Euro aufgewendet.
Im März 2026 wurden insgesamt 37,5 Mrd. Euro konventionelle Bundeswertpapiere emittiert. Diese verteilten sich auf 2,7 Mrd. Euro 30-jährige Bundesanleihen, 1,9 Mrd. Euro 15-/20-jährige Bundesanleihen, 5,0 Mrd. Euro 10-jährige Bundesanleihen, 10,0 Mrd. Euro Bundesobligationen, 5,0 Mrd. Euro Bundesschatzanweisungen und 13,0 Mrd. Euro Unverzinsliche Schatzanweisungen des Bundes. Darüber hinaus wurden im März 2026 Grüne Bundeswertpapiere in Höhe von 4,8 Mrd. Euro begeben.
Die Eigenbestände des Bundes an Bundeswertpapieren erhöhten sich im März 2026 um 5,8 Mrd. Euro auf 204,6 Mrd. Euro. Die Veränderung resultierte aus Sekundärmarktverkäufen in Höhe von 15,5 Mrd. Euro, denen Käufe in Höhe von 12,4 Mrd. Euro und die Erhöhung von Eigenbeständen um 11,9 Mrd. Euro gegenüberstanden. Ferner gab es Fälligkeiten im Eigenbestand in Höhe von 3,0 Mrd. Euro.
Zum Stichtag entfielen 96,5 Prozent des Kreditbestands auf den Bund ohne Darlehensfinanzierung, die restlichen 3,5 Prozent dienten der Darlehensfinanzierung.
Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung
Im März 2026 erfolgte eine Bruttokreditaufnahme für den Bund ohne Darlehensfinanzierung in Höhe von 32,0 Mrd. Euro. Außerdem wurden 25,5 Mrd. Euro fällige Kredite getilgt. Für Zinszahlungen der Kredite des Bundes ohne Darlehensfinanzierung wurden im März 2026 saldiert 0,8 Mrd. Euro aufgewendet.
Am 31. März 2026 betrug der Kreditbestand des Bundes ohne Darlehensfinanzierung insgesamt 1.758,4 Mrd. Euro. Folglich erhöhte sich dieser gegenüber dem 28. Februar 2026 um 7,7 Mrd. Euro. Der Kreditbestand des Bundeshaushalts lag bei 1.635,4 Mrd. Euro und erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 1,3 Mrd. Euro. Der Kreditbestand des SV BW erhöhte sich im März 2026 um 3,2 Mrd. Euro auf 47,4 Mrd. Euro und der Kreditbestand des SVIK erhöhte sich im März 2026 um 3,1 Mrd. Euro auf 35,2 Mrd. Euro. Die Kreditbestände für den FMS für Kredite für Aufwendungen gemäß § 9 Abs. 1 StFG (22,5 Mrd. Euro), für den WSF für Kredite für Rekapitalisierungsmaßnahmen gemäß § 22 StFG (0,7 Mrd. Euro) und für den ITF (17,3 Mrd. Euro) veränderten sich gegenüber dem 28. Februar 2026 gar nicht oder nur sehr geringfügig.
Entwicklung des Kreditbestands des Bundes zur Darlehensfinanzierung
Im März 2026 erfolgte für den FMS zur Refinanzierung von Darlehen gemäß § 9 Abs. 5 StFG eine Bruttokreditaufnahme von 1,5 Mrd. Euro sowie Tilgungen von Krediten in Höhe von 2,5 Mrd. Euro. Für den WSF gab es im März 2026 zur Darlehensfinanzierung gemäß § 23 StFG weder eine Bruttokreditaufnahme noch Tilgungen. Der Kreditbestand belief sich damit per Ende März 2026 auf 50,4 Mrd. Euro (FMS) beziehungsweise 13,0 Mrd. Euro (WSF). Am 31. März 2026 betrug der Gesamtbestand an Krediten zur Darlehensfinanzierung 63,4 Mrd. Euro.
Weitere Einzelheiten können folgenden Tabellen entnommen werden:
- Entwicklung des Kreditbestands des Bundes im März 2026,
- Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung im März 2026 und
- Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapieren im März 2026.
Im statistischen Anhang sind zusätzlich die beiden erstgenannten Tabellen mit Daten für den bisherigen Jahresverlauf, der nach Restlaufzeitklassen gruppierte Kreditbestand des Bundes sowie die nach Instrumentenart aufgegliederten Daten zum Kreditbestand des Bundes, zur Bruttokreditaufnahme des Bundes, zu den Tilgungen des Bundes und zu den Zinsen für die Kredite des Bundes enthalten.
Die Abbildung „Bruttokreditaufnahme und Kreditbestand des Bundes“ zeigt die Verteilung der Bruttokreditaufnahme und des Kreditbestands auf die Finanzierungsinstrumente. Den größten Anteil an der Bruttokreditaufnahme im laufenden Jahr stellten mit 35,7 Mrd. Euro beziehungsweise 28,7 Prozent die Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes dar, gefolgt von den 10-jährigen Bundesanleihen mit 23,9 Mrd. Euro beziehungsweise 19,3 Prozent.
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Mehr als 99 Prozent des Kreditbestands des Bundes sind in Form von Inhaberschuldverschreibungen verbrieft. Die konkreten Gläubiger sind dem Bund nicht bekannt.
Details zu den geplanten Emissionen und Tilgungen von Bundeswertpapieren sind den Pressemitteilungen zum Emissionskalender zu entnehmen.2 Ferner werden auf der Internetpräsenz der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH nach jeder Auktion von Bundeswertpapieren die Auktionsergebnisse veröffentlicht.3
Entwicklung des Kreditbestands des Bundes ohne Darlehensfinanzierung im März 2026
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Entwicklung von Umlaufvolumen und Eigenbestände an Bundeswertpapiere im März 2026
Tabelle vergrößernDie Rentenmarktentwicklung im 1. Quartal 2026
Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 gerieten die internationalen Rentenmärkte unter den massiven Einfluss dieser geopolitischen Eskalation. Im Fokus standen dabei die Folgen für die Energie- und Rohstoffpreise, das globale Wirtschaftswachstum sowie die Inflationsdynamik. Während in den ersten zwei Monaten des Jahres noch die Erwartung überwog, dass sich die Teuerungsraten in den wichtigsten Wirtschaftsregionen nahe den geldpolitischen Zielwerten stabilisieren würden, änderte sich dies mit Kriegsbeginn und der faktischen Schließung der Straße von Hormus. Die Befürchtung einer deutlichen Inflationsbeschleunigung rückte unmittelbar in den Fokus der Märkte und führte zunehmend zu Erwartungen einer geldpolitischen Straffung durch die Zentralbanken.
Die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Bank of England sowie die Bank of Japan beließen ihre Leitzinsen im 1. Quartal 2026 auf unveränderten Niveaus. Während Marktteilnehmer in den nächsten Monaten mit Leitzinsanhebungen im Euroraum, im Vereinigten Königreich und Japan rechnen, werden in den USA praktisch unveränderte Leitzinsen unterstellt. Gleichzeitig erhöhten sich die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen in allen vier Währungsräumen.
Die Renditen deutscher Bundeswertpapiere erhöhten sich im 1. Quartal 2026 über die meisten Laufzeitbereiche hinweg, wobei sich die Bundkurve spürbar verflachte. In einem Umfeld gestiegener Leitzinserhöhungserwartungen kletterten die Renditen 2-jähriger Papiere um 50 Basispunkte auf 2,62 Prozent. Die Rendite 5-jähriger Bundeswertpapiere erhöhte sich um 28 Basispunkte auf 2,73 Prozent. 10-jährige Bundesanleihen rentierten mit 3,00 Prozent um 15 Basispunkte höher als Ende des Jahres 2025. Dagegen blieben die Renditen im sehr langen Laufzeitbereich nahezu unverändert. So fielen die Renditen 30-jähriger Bundesanleihen um 3 Basispunkte auf 3,45 Prozent (s. a. Tabelle: Renditen von Bundeswertpapieren nach Laufzeiten). Diese relative Stabilität der Renditen im sehr langen Laufzeitbereich war insbesondere auf weiterhin gut verankerte langfristige Inflationserwartungen sowie eine geringe Sensitivität gegenüber kurzfristigen geldpolitischen Erwartungen zurückzuführen.
| Tagesschlussrenditen in Prozent p. a. | ||
| 31. Dezember 2025 | 31. März 2026 | |
| 2 Jahre | 2,12 | 2,62 |
|---|---|---|
| 5 Jahre | 2,45 | 2,73 |
| 10 Jahre | 2,85 | 3,00 |
| 30 Jahre | 3,48 | 3,45 |
| Quelle: LSEG Datastream | ||
Die Inflationsrate im Euroraum, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), erhöhte sich von 2,0 Prozent im Dezember 2025 nach vorläufigen Daten auf 2,5 Prozent im März 2026. Während die Zahlen im Januar und Februar 2026 eine moderate Preisdynamik widerspiegelten, trieb im März 2026 vor allem der Anstieg der Energiepreise infolge der starken Anstiege der globalen Rohöl- und Gaspreise durch den Iran-Konflikt auch die Gesamtinflation nach oben. Hatten sich Energieprodukte im Dezember 2025 auf Jahressicht noch um 1,9 Prozent verbilligt, markierte der März 2026 mit einem Anstieg von 4,9 Prozent eine drastische Trendumkehr. Die Dynamik der Kerninflation (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) verharrte mit zuletzt 2,3 Prozent hingegen auf einem weitgehend stabilen Niveau. Die im März 2026 veröffentlichten gesamtwirtschaftlichen Projektionen des Eurosystems, die bereits erste Auswirkungen des Kriegs bis zum 11. März berücksichtigen, sehen die HVPI-Inflation für das Jahr 2026 im Jahresdurchschnitt nun bei 2,6 Prozent. Für das Jahr 2027 wird ein Rückgang auf 2,0 Prozent erwartet, bevor die Rate im Jahr 2028 wieder leicht auf 2,1 Prozent ansteigen dürfte. Die Kernrate wird für das laufende Jahr mit 2,4 Prozent prognostiziert und soll sich in den Folgejahren moderat auf 2,2 Prozent (im Jahr 2027) beziehungsweise 2,1 Prozent (im Jahr 2028) abschwächen.
Im Umfeld einer in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 zunächst moderaten Inflationsentwicklung beließ der EZB-Rat alle drei Leitzinsen auf dem Niveau von Juni 2025. Der für den geldpolitischen Kurs derzeit besonders relevante Satz für die Einlagefazilität wurde bei 2 Prozent beibehalten und befand sich damit auf einem von vielen EZB-Ratsmitgliedern als neutral empfundenen Niveau.
Vor dem Hintergrund eines zumindest kurzfristigen Überschießens des Inflationsziels betonte der EZB-Rat auf seiner März-Sitzung seine Entschlossenheit, die Teuerungsrate mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren. Künftige Beschlüsse sollen weiterhin datenabhängig und ohne Vorfestlegung von Sitzung zu Sitzung erfolgen – gestützt auf die Einschätzung der Inflationsaussichten, die Entwicklung der zugrunde liegenden Inflation, aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten sowie der Wirksamkeit der geldpolitischen Transmission.
Während die Zinsmärkte zu Jahresbeginn noch Zinssenkungen im weiteren Verlauf teilweise eingepreist hatten, erzwangen der Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Energiepreissprünge eine Neubewertung. Zum Quartalsende am 31. März 2026 spiegelten die Forward-Kurven für den Euroraum bereits zwei bis drei Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte bis Ende 2026 wider. Eine erste Anhebung in der kommenden Sitzung am 30. April 2026 wird am Markt inzwischen als wahrscheinlicher als keine Änderung erachtet. Die vom Eurosystem zu geldpolitischen Zwecken gehaltenen Wertpapierbestände gingen im 1. Quartal 2026 weiter zurück, da fällige Tilgungsbeträge nicht wieder angelegt wurden.
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In den USA verringerte sich die Jahresänderungsrate des Verbraucherpreisindex von 2,7 Prozent im November 2025 auf 2,4 Prozent im Februar 2026. Ungeachtet dieser nachlassenden Dynamik deuteten Echtzeit-Indikatoren für den März bereits auf eine erneute Beschleunigung hin, die primär auf den jüngsten Anstieg der Rohölpreise zurückzuführen war. Die Kerninflation (ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln) sank im Berichtszeitraum geringfügig von 2,6 Prozent auf 2,5 Prozent.
Die Arbeitslosenquote blieb in den vergangenen Monaten weitgehend unverändert und betrug zuletzt 4,4 Prozent. Weitere Arbeitsmarktindikatoren, etwa die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft oder der von der Fed Bank of Kansas City veröffentlichte Labor Market Conditions Indicator, signalisierten demgegenüber eine weitere leichte Abkühlung des Arbeitsmarkts.
Angesichts eines weiterhin verhaltenen US-Arbeitsmarkts und einer nach wie vor erhöhten Verbraucherpreisentwicklung behielt die Fed sowohl in ihrer Januar- als auch in ihrer Märzsitzung den Leitzins in einer Spanne von 3,50 Prozent bis 3,75 Prozent bei. Während die US-Notenbank die wirtschaftliche Dynamik als solide bewertete, verwies sie gleichzeitig auf den hohen Grad an Unsicherheit infolge des Iran-Konflikts. Zudem wurden im März 2026 aufgrund der bereits beobachteten sowie der weiterhin erwarteten Energiepreisanstiege die Projektionen für die Konsumentenpreise in den Jahren 2026 und 2027 angehoben. Weiterhin kauft die Fed Staatsanleihen mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren, um den verstärkten Aufwärtsdruck der Geldmarktrenditen zu adressieren. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses bestätigten in ihrer März-Projektion im Median die Einschätzung aus dem Dezember 2025: Demnach dürfte die Fed Funds Rate zum Jahresende 2026 bei 3,4 Prozent liegen und bis Ende des Jahres 2027 auf 3,1 Prozent sinken. Auf diesem Niveau verharrt der Leitzins in der Projektion bis Ende des Jahres 2028 und wird auch auf längere Sicht bei diesem Wert gesehen.
Im Zuge des Iran-Konflikts kam es zu einem spürbaren Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen, die sich weitgehend parallel zu den deutschen Bundeswertpapieren entwickelten. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries stieg im 1. Quartal 2026 per saldo um 16 Basispunkte auf 4,32 Prozent, nachdem sie bis Ende Februar 2026 zunächst noch in moderatem Umfang gesunken war. Im kürzeren Laufzeitsegment führten die revidierten Zinserwartungen – die zum Quartalsende keine Zinssenkungen mehr implizierten – zu einem Anstieg der 2-jährigen Renditen um 32 Basispunkte auf 3,79 Prozent. Insgesamt verzeichnete die US-Zinskurve im Bereich zwischen zwei und zehn Jahren im Berichtszeitraum eine Verflachung.
| Tagesschlussrenditen in Prozent p. a. | ||
| 31. Dezember 2025 | 31. März 2026 | |
| USA | 4,16 | 4,32 |
|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | 4,47 | 4,91 |
| Japan | 2,07 | 2,35 |
| Deutschland | 2,85 | 3,00 |
| Quelle: LSEG Datastream | ||
Die Bank of England hielt den Leitzins in den geldpolitischen Sitzungen im Februar und März 2026 unverändert bei 3,75 Prozent. Fiel die Entscheidung im Februar 2026 mit einer Mehrheit von 5 zu 4 noch denkbar knapp aus, stimmten die Währungshüter im März 2026 einstimmig für die Beibehaltung. Die Notenbank betonte, dass vom Konflikt im Nahen Osten signifikante Preisrisiken ausgingen, und kündigte eine genaue Beobachtung der weiteren Entwicklungen an. In diesem Umfeld stieg die Rendite 10-jähriger britischer Staatsanleihen im 1. Quartal 2026 deutlich um 44 Basispunkte auf 4,91 Prozent.
Die Bank of Japan beließ den Leitzins im 1. Quartal 2026 unverändert bei 0,75 Prozent. Die Inflationsrate verringerte sich deutlich von 2,9 Prozent im November 2025 auf 1,2 Prozent im Februar 2026. Diese rückläufige Tendenz war jedoch teilweise auf administrative Eingriffe der japanischen Regierung zurückzuführen. Ungeachtet der sinkenden Teuerungsrate stieg die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen im 1. Quartal 2026 um 28 Basispunkte auf 2,35 Prozent.
Sekundärmarkthandel in Bundeswertpapieren 2025
Bruttohandel
Ein wesentlicher Indikator für die Liquidität von Bundeswertpapieren ist die Höhe ihrer Handelsumsätze. Die Banken der „Bietergruppe Bundesemissionen“ nehmen an Bundeswertpapierauktionen teil. In der Folge handeln sie auch am Sekundärmarkt in großem Umfang mit Bundeswertpapieren. Ihre Meldungen geben Aufschluss über das gehandelte Bundeswertpapier, den Kontrahenten und seine Region.
Im Jahr 2025 summierten sich die Handelsumsätze mit Bundeswertpapieren auf 7.113 Mrd. Euro. Dieses Niveau liegt 6 Prozent über dem Vorjahr und 3 Prozent unter dem Rekordjahr 2005. Ebenfalls um 6 Prozent nahm das Volumen der ausstehenden Bundeswertpapiere zu. Die Umschlagshäufigkeit, mit der ein Bundeswertpapier innerhalb eines Jahres seinen Besitzer wechselt, blieb somit das dritte Jahr in Folge konstant bei 4 (s. a. Abbildung: Handelsvolumen und Umschlagshäufigkeit der Bundeswertpapiere).
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Mit Bundesschatzanweisungen und 15- sowie 30-jährigen Bundesanleihen verzeichneten im Jahr 2025 gleich drei Instrumente Umsatzrekorde. Der Handel in 7-jährigen Bundesanleihen und Grünen Bundeswertpapieren erreichte das zweithöchste sowie in Bundesobligationen das dritthöchste Niveau seit Statistikbeginn. Am stärksten nahm der Handel gegenüber dem Vorjahr um mehr 20 Prozent in 30-jährigen Bundesanleihen zu. Unverzinsliche Schatzanweisungen wurden zu 20 Prozent weniger gehandelt, der Rückgang im Handel mit inflationsindexierten Bundeswertpapieren erreichte fast 30 Prozent und verzeichnet mit 41 Mrd. Euro Handelsumsatz das niedrigste jährliche Handelsvolumen seit Einführung des Instruments im Jahr 2006.
Bei den Kontrahenten spielen Hedgefonds auch im Jahr 2025 weiter eine gewichtige Rolle. Trotz eines leichten Rückgangs von 4 Prozent setzten sie ihr drittgrößtes Handelsvolumen seit Statistikbeginn um. Lediglich Sonstige Investoren, also insbesondere Privatanlegerinnen und Privatanleger und Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, büßten mit 4 Prozent ähnlich deutlich ein. Der Handel von Brokern, unter dem auch die Handelsumsätze mit der Finanzagentur erfasst werden, nahm gegenüber dem Jahr 2024 um 22 Prozent zu. Damit sind Broker weiterhin die umsatzstärkste Kontrahentengruppe. Pensionsfonds handelten 29 Prozent mehr, Zentralbanken 12 Prozent.
Seit sechs Jahren wachsen die Handelsumsätze im Euroraum stetig an – im Jahr 2025 um 12 Prozent auf 2.338 Mrd. Euro, die nun erstmals auch die bisherigen Rekordumsätze aus den Jahren 2005 und 2006 übertrafen. Unter den Regionen nahm lediglich der Handel mit den arabischen Staaten prozentual stärker zu: um mehr als ein Drittel auf 55 Mrd. Euro – ebenfalls ein neuer Höchststand. Das Handelsvolumen mit asiatischen Kontrahenten nahm dagegen um 6 Prozent ab. Mit amerikanischen Kontrahenten fiel der Handel um 10 Prozent, verbleibt aber dennoch auf dem vierthöchsten Umsatzvolumen der Statistik. Hier ist eine starke Korrelation mit den Handelsaktivitäten der Hedgefonds erkennbar.
| 2024¹ | 2025 | Änderung in Prozent | |
| in Mrd. Euro | in Mrd. Euro | ||
| Instrumente | |||
| 628 | 501 | -20 |
|---|---|---|---|
| 962 | 1.100 | +14 |
| 1.402 | 1.389 | -1 |
| 260 | 224 | -14 |
| 2.474 | 2.741 | +11 |
| 196 | 220 | +12 |
| 641 | 785 | +22 |
| 117 | 112 | -4 |
| 58 | 41 | -29 |
| Kontrahenten | |||
| 1.635 | 1.595 | -2 |
| 1.283 | 1.261 | -2 |
| 1.754 | 2.137 | +22 |
| 1.214 | 1.159 | -4 |
| 93 | 120 | 29 |
| 69 | 66 | -4 |
| 46 | 49 | +8 |
| 644 | 725 | +12 |
| Regionen | |||
| 3 | 3 | +9 |
| 1.188 | 1.067 | -10 |
| 41 | 55 | +35 |
| 404 | 380 | -6 |
| 2.079 | 2.338 | +12 |
| 3.024 | 3.269 | +8 |
| Insgesamt | 6.738 | 7.113 | +6 |
| 1 Datenrevisionen der Bieterbanken können unter Umständen zu Änderungen der Klassifizierungen (insbesondere von Kontrahenten) und damit auch zu Verschiebungen im Vergleich zur Vorjahresveröffentlichung führen. | |||
| Quellen: Bundesministerium der Finanzen, Finanzagentur | |||
Nettohandel
Werden bei den Meldungen der Sekundärmarktumsätze die Käufe der Bieterbanken von ihren Verkäufen an andere Kontrahenten abgezogen, ergeben sich als Saldo die Nettokäufe oder -verkäufe der Bundeswertpapiere. Sie lassen auf Bestandsbewegungen bei den Kontrahenten der Bieterbanken schließen. Darüber hinaus spiegelt sich in ihrem Umfang und insbesondere der Betrachtung nach Instrumenten tendenziell die Emissionstätigkeit im jeweiligen Jahr wider.
Entsprechend lag das Volumen der Nettoverkäufe 2025 unter dem der Vorjahre. Es fiel von 337 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf 272 Mrd. Euro im Jahr 2025. Rekordemissionsvolumen bei 30-jährigen Bundesanleihen deckten sich mit neuen Höchstwerten bei deren Nettoabsätzen von 30 Mrd. Euro, die fast ein Viertel über Vorjahresniveau lagen. Zusätzlich erzielten Grüne Bundeswertpapiere eine neue Bestmarke bei Nettoverkäufen (13 Mrd. Euro, +9 Prozent). Obwohl so viele Bundesobligationen wie nie zuvor emittiert worden waren, fielen die Nettoverkäufe der Bundesobligationen gegenüber dem Jahr 2024 um fast ein Drittel auf 30 Mrd. Euro. Von den Unverzinslichen Schatzanweisungen wurden per saldo 101 Mrd. Euro und damit 21 Prozent weniger verkauft, von den Bundesschatzanweisungen 42 Mrd. Euro – 19 Prozent weniger. Der größte Rückgang bei den Nettoverkäufen von 44 Prozent auf 30 Mrd. Euro zeigt sich bei 10-jährigen Bundesanleihen.
Bei der Analyse der Kontrahenten avancierten die Banken erstmals seit dem Jahr 2017 wieder zu den zweitwichtigsten Nettokäufern und erreichen mit 100 Mrd. Euro zugleich ihre neue Bestmarke der Statistik. Mit einem Zuwachs von fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr rangierten sie aber hinter den Sonstigen, die per saldo 11 Mrd. Euro und damit 125 Prozent mehr als im Vorjahr erwarben. Weiterhin wichtigster Käufer waren die Zentralbanken mit 154 Mrd. Euro, 8 Prozent über den Vorjahreswerten. Ein Plus von 11 Prozent auf 9 Mrd. Euro verhilft Versicherungen zu ihrer neuen Bestmarke der Statistik. Gegenüber dem Vorjahr reduzierten Pensionsfonds ihre Nettokäufe um mehr als die Hälfte auf 9 Mrd. Euro. Hedgefonds wechselten von ihren Bestmarken der beiden Vorjahre 2025 von der Nettokäufer- auf die Nettoverkäuferseite, indem sie 5 Mrd. Euro an die Bieterbanken verkauften. Die größten Nettoverkäufer von Bundeswertpapieren blieben jedoch die Broker mit 78 Mrd. Euro (+ 59 Prozent).
Im Jahr 2025 war Asien die einzige Region mit steigenden Nettokäufen und absorbierte mit einem Anstieg von 193 Prozent auf 81 Mrd. Euro die Rückgänge einiger anderer Regionen. Im Euroraum sanken die Nettokäufe dagegen um 7 Prozent auf 106 Mrd. Euro. Zu wesentlich deutlicheren Rückgängen kam es beim Nettohandel mit Amerika, der sich von Käufen in Höhe von 35 Mrd. Euro in Verkäufe von 10 Mrd. Euro umkehrte. Aus dem Übrigen Europa reduzierten sich die Nettokäufe zudem von 160 Mrd. Euro auf 94 Mrd. Euro (-42 Prozent).
Fußnoten
- 1
Die Aufnahme von Krediten durch den Bund nach §§ 9 Abs. 5 und 23 Stabilisierungsfondsgesetz (StFG) zur Weiterleitung in Form von Darlehen über FMS und WSF an Anstalten des öffentlichen Rechts (im Folgenden „Darlehensfinanzierung“) dient der Kostenersparnis durch die niedrigeren Refinanzierungskonditionen des Bundes.
- 2
Internetseite der Finanzagentur: Emissionskalender
- 3
Internetseite der Finanzagentur: Emissionsergebnisse