Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich in den Monaten Januar bis April 2026 auf 127,3 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 6,4 Prozent (-8,7 Mrd. Euro) niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was vorrangig auf geringere Steuereinnahmen zurückzuführen war. Diese waren um 5,3 Prozent (-6,5 Mrd. Euro) geringer als im Vorjahreszeitraum, was vor allem auf höhere Abführungen an die Europäische Union (BNE-Eigenmittel der EU) zurückzuführen war. Für weitere Informationen zu den Steuereinnahmen s. a. „Steuereinnahmen im April 2026“ in dieser Ausgabe des Monatsberichts.
Die Sonstigen Einnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 11,3 Mrd. Euro um 16,3 Prozent (-2,2 Mrd. Euro) unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis, was hauptsächlich auf deutlich geringere Einnahmen aus der Abwicklung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds Energie (-2,2 Mrd. Euro) zurückzuführen war.
Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen von Januar bis April 2026 insgesamt 168,4 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+5,5 Prozent beziehungsweise +8,8 Mrd. Euro). Dabei wuchsen sowohl die investiven Ausgaben (+13,2 Prozent beziehungsweise +1,9 Mrd. Euro) als auch die konsumtiven Ausgaben (+4,8 Prozent beziehungsweise +7,0 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahresniveau an.
Bei den konsumtiven Ausgaben stiegen sowohl die laufenden Zuweisungen und Zuschüsse (+3,6 Prozent beziehungsweise +3,9 Mrd. Euro) als auch der laufende Sachaufwand (+20,8 Prozent beziehungsweise +2,3 Mrd. Euro) gegenüber dem Vorjahr an. Der Anstieg der laufenden Zuweisungen und Zuschüsse war vor allem auf höhere Ausgaben für die Ertüchtigung von Partnerstaaten und von völkerrechtswidrig angegriffenen Staaten im Bereich Sicherheit, Verteidigung und Stabilisierung (+2,1 Mrd. Euro) sowie auf höhere Zuschüsse des Bundes an die allgemeine Rentenversicherung (+2,7 Mrd. Euro) zurückzuführen. Dagegen lagen die Zuschüsse zur Entlastung beim Strompreis um 0,8 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.
Zum Anstieg der investiven Ausgaben trugen maßgeblich höhere Darlehensvergaben bei, die haushaltsrechtlich als investive Ausgaben zu verbuchen waren. Neben den um 4,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höheren unterjährigen Liquiditätshilfen an die Bundesagentur für Arbeit trugen auch überjährige Darlehen an den Gesundheitsfonds (+2,3 Mrd. Euro) und den Ausgleichsfonds der sozialen Pflegeversicherung (+1,6 Mrd. Euro) zum Anstieg bei. Dämpfend wirkte, dass in diesem Jahr keine Eigenkapitalzuführungen an die Deutsche Bahn AG vorgesehen waren. Im Vorjahr wurden bis Ende April für diesen Zweck rund 4,2 Mrd. Euro verausgabt. Die Sachinvestitionen lagen um 0,2 Mrd. Euro unter dem Niveau des Vorjahres.
Ende April 2026 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 41,0 Mrd. Euro auf.
Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen und beeinflussen somit die eingesetzten Kassenmittel in den einzelnen Monaten in unterschiedlichem Maße. Auch der Kapitalmarktsaldo zeigt im Jahresverlauf in der Regel starke Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen.
Entwicklung des Bundeshaushalts
Entwicklung des Bundeshaushalts
Ist 2025
Soll 2026
Ist-Entwicklung
April 2026¹
Ausgaben (Mrd. Euro)²
493,3
524,5
168,4
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
+5,5
Einnahmen (Mrd. Euro)³
427,9
426,4
127,3
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
-6,4
Steuereinnahmen (Mrd. Euro)
388,6
387,2
116,0
Unterjährige Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Tilgung aufgrund nicht-struktureller Rückflüsse von notlagenkreditfinanzierten Ausgaben (Mrd. Euro)
-1,7
-
-
Abweichungen in den Summen durch Rundung der Zahlen möglich.
1 Buchungsergebnisse.
2 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
3 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Leistungen des Bundes für Unterkunft und Heizung nach dem SGB II
12.458
2,5
13.000
2,5
4.212
4.252
+1,0
Soziale Leistungen nach dem SGB XII und dem Asylbewerberleistungsgesetz
11.858
2,4
12.480
2,4
5.068
5.093
+0,5
Sonstige soziale Angelegenheiten
1.186
0,2
1.141
0,2
123
193
+57,2
Gesundheit, Umwelt, Sport, Erholung
4.892
1,0
5.104
1,0
1.299
1.214
-6,6
Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste
4.490
0,9
4.639
0,9
883
812
-8,0
Wohnungswesen, Wohnungsbauprämie
3.198
0,6
3.831
0,7
795
761
-4,2
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1.258
0,3
1.692
0,3
184
179
-2,8
Energie- und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen
24.305
4,9
25.292
4,8
5.577
3.490
-37,4
Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung
17.120
3,5
16.674
3,2
3.643
2.637
-27,6
Sonstiges im Bereich Gewerbe und Dienstleistungen
4.206
0,9
4.750
0,9
892
539
-39,6
Regionale Förderungsmaßnahmen
1.369
0,3
2.333
0,4
458
102
-77,7
Verkehrs- und Nachrichtenwesen
30.871
6,3
21.403
4,1
10.181
4.478
-56,0
Straßen
7.429
1,5
7.695
1,5
1.911
1.223
-36,0
Eisenbahnen und öffentlicher Personennahverkehr
15.109
3,1
5.477
1,0
5.809
739
-87,3
Allgemeine Finanzwirtschaft
39.779
8,1
38.025
7,2
12.920
13.167
+1,9
Grund- und Kapitalvermögen, Sondervermögen und Finanzzuweisungen
8.607
1,7
10.618
2,0
2.039
1.993
-2,2
Zinsausgaben und Ausgaben im Zusammenhang mit der Schuldenaufnahme
29.906
6,1
30.226
5,8
10.400
10.629
+2,2
Ausgaben insgesamt¹
493.278
100,0
524.540
100,0
159.527
168.370
+5,5
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Entwicklung der Ausgaben des Bundeshaushalts nach ökonomischen Arten
Ist 2025
Soll 2026
Ist-Entwicklung
Unterjährige
Veränderung
gegenüber
Vorjahr
April 2025
April 2026
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
Anteil in
Prozent
in Mio. Euro
in Prozent
Konsumtive Ausgaben
437.854
88,8
474.967
90,5
145.322
152.294
+4,8
Personalausgaben
44.647
9,1
48.004
9,2
15.367
16.149
+5,1
Aktivbezüge
33.068
6,7
36.573
7,0
11.256
11.806
+4,9
Versorgung
11.579
2,3
11.431
2,2
4.111
4.343
+5,6
Laufender Sachaufwand
48.257
9,8
71.526
13,6
11.159
13.480
+20,8
Sächliche Verwaltungsausgaben
24.193
4,9
28.836
5,5
6.672
7.835
+17,4
Militärische Beschaffungen
20.109
4,1
38.198
7,3
3.452
5.076
+47,0
Sonstiger laufender Sachaufwand
3.955
0,8
4.491
0,9
1.035
569
-45,0
Zinsausgaben
29.873
6,1
30.187
5,8
10.386
10.611
+2,2
Laufende Zuweisungen und Zuschüsse
313.365
63,5
323.441
61,7
107.324
111.229
+3,6
an Verwaltungen
45.358
9,2
45.241
8,6
15.745
15.942
+1,3
an andere Bereiche
268.007
54,3
278.201
53,0
91.579
95.287
+4,0
darunter:
Unternehmen
51.597
10,5
53.320
10,2
13.351
12.495
-6,4
Renten, Unterstützungen u. a.
42.001
8,5
43.215
8,2
14.662
14.507
-1,1
Sozialversicherungen
151.540
30,7
155.414
29,6
58.055
61.012
+5,1
Sonstige Vermögensübertragungen
1.713
0,3
1.808
0,3
1.086
826
-23,9
Investive Ausgaben
55.424
11,2
58.354
11,1
14.204
16.075
+13,2
Sachinvestitionen
7.633
1,5
9.815
1,9
1.335
1.153
-13,6
Baumaßnahmen
4.503
0,9
5.960
1,1
838
647
-22,8
Erwerb von beweglichen Sachen
3.000
0,6
3.641
0,7
473
482
+1,9
Grunderwerb
130
0,0
214
0,0
24
24
+0,0
Finanzierungshilfen
47.791
9,7
48.539
9,3
12.869
14.922
+16,0
Erwerb von Beteiligungen, Kapitaleinlagen
8.758
1,8
788
0,2
4.552
213
-95,3
Darlehensgewährungen, Gewährleistungen
10.768
2,2
13.128
2,5
1.051
9.523
X
Zuweisungen und Zuschüsse
28.264
5,7
34.623
6,6
7.266
5.187
-28,6
Globalansätze
0
0,0
-8.781
-1,7
-
-
-
Ausgaben insgesamt¹
493.278
100,0
524.540
100,0
159.527
168.370
+5,5
1 Mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen, der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags. Ohne Ausgaben aus haushaltstechnischen Verrechnungen.
1 Abweichungen zur Tabelle „Entwicklung der Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) im laufenden Jahr“ sind methodisch bedingt.
2 Mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahme aus Rücklagen und der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münzeinnahmen. Ohne Einnahmen aus haushaltstechnischen Verrechnungen.