Steuereinnahmen
Die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) erhöhten sich im Juli 2026 leicht um rund 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Während die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern anstiegen, verringerte sich das Aufkommen der Bundessteuern spürbar und das aus den Ländersteuern leicht.
Der Einnahmerückgang bei den Bundessteuern ist dabei maßgeblich auf die temporäre Senkung der Energiesteuersätze zurückzuführen, die sich aufgrund des Zeitverzugs zur Steuerentstehung nun im Aufkommen zeigt.
Bundeshaushalt
Die Einnahmen des Bundeshaushalts (ohne Münzeinnahmen, Rücklagenentnahme und Einnahmen aus Krediten) beliefen sich in den Monaten Januar bis Juli 2026 auf 237,3 Mrd. Euro. Damit lagen die Einnahmen um 2,5 Prozent (-6,2 Mrd. Euro) niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was auf geringere Steuereinnahmen zurückzuführen war. Diese waren um 3,4 Prozent (-7,4 Mrd. Euro) geringer als im Vorjahreszeitraum, vor allem infolge höherer Abführungen an die Europäische Union (EU) (BNE-Eigenmittel der EU). Die Ausgaben des Bundeshaushalts betrugen von Januar bis Juli 2026 insgesamt 289,3 Mrd. Euro und stiegen damit gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+4,4 Prozent beziehungsweise +12,2 Mrd. Euro).
Ende Juli 2026 wies der Bundeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von 52,0 Mrd. Euro auf. Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen im Laufe des Haushaltsjahres starken Schwankungen. Die unterjährige Entwicklung des Finanzierungssaldos und des jeweiligen Kapitalmarktsaldos sind daher keine Indikatoren, aus denen sich die erforderliche Nettokreditaufnahme und der Finanzierungssaldo am Jahresende errechnen lassen. Dies gilt in besonderem Maße zu Beginn eines Jahres.
Europa
Die Eurogruppe tagte am 9. Juli 2026 in Brüssel. Zentrale Themen waren die fiskalpolitische Koordinierung, die internationale Rolle des Euro und das Arbeitsprogramm der Eurogruppe. Im inklusiven Format standen die wirtschaftlichen Effekte neuer Technologien auf den Finanzsektor und das Thema digitale Finanzen auf der Tagesordnung.
Die Tagung des ECOFIN-Rats fand anschließend am 10. Juli 2026 statt. Zentrale Themen waren das Marktintegrations- und Aufsichtspaket, das Arbeitsprogramm der irischen Ratspräsidentschaft, die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Aufbau- und Resilienzfazilität, das Europäische Semester 2026, die Umsetzung der Fiskalregeln, die Konvergenzberichte von Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank sowie die Vorbereitung des Treffens der G20-Finanzministerinnen und ‑minister sowie der Zentralbanken am 31. August und 1. September 2026.