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Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts- und Wäh­rungs­u­ni­on

Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) regelt die Koordinierung der Wirtschafts- und Fiskalpolitik sowie die gemeinsame Währungspolitik. Dabei ist vorgesehen, dass letztendlich alle Mitgliedstaaten, die die Voraussetzungen erfüllen, den Euro als einheitliche Währung der Union einführen. Lediglich für das Vereinigte Königreich und Dänemark gilt eine Ausnahmeregelung.

Die WWU entwickelte sich in drei Stufen:

Stufe I (1. Juli 1990 bis 31. Dezember 1993):

  • Liberalisierung des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten
  • Engere wirtschaftspolitische Abstimmung der Regierungen
  • Verstärkte Zusammenarbeit der Zentralbanken

Stufe II (1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1998):

  • Konvergenz der innerstaatlichen Wirtschafts- und Währungspolitiken durch die sogenannten Maastricht-Kriterien, die 1993 im Vertrag von Maastricht festgeschrieben wurden. Jedes Land muss diese Kriterien erfüllen, bevor es die dritte Stufe der WWU erreicht und den Euro einführen darf:

    • Preisstabilität: Die Inflationsrate eines EU-Staats darf max. 1,5 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Rate der drei Mitgliedstaaten mit der niedrigsten Inflation liegen

    • Langfristige Zinssätze: Die langfristigen Zinsen in einem EU-Staat dürfen max. 2 Prozentpunkte über dem durchschnittlichen Zinssatz der drei Mitgliedstaaten mit den niedrigsten Zinsen liegen

    • Wechselkurs: Ein EU-Staat muss zwei Jahre dem Europäischen Währungssystem angehören und darf seine Währung in dieser Zeit nicht eigenständig abwerten

    • Vermeidung übermäßiger öffentlicher Verschuldung: Das Defizit darf max. 3 % und die Schuldenquote max. 60 % des Bruttoinlandprodukts betragen

Errichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) im Jahr 1994 und als Nachfolgeinstitution die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 1998

Stufe III (seit 1. Januar 1999):

  • Unwiderrufliche Festlegung der Wechselkurse

  • Einführung der einheitlichen Währung an den Devisenmärkten und im elektronischen Zahlungsverkehr

Mit Beginn der dritten Stufe der WWU wurde der Euro in elf Mitgliedstaaten eingeführt: Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal, Irland, Österreich und Finnland. Zwei Jahre später kam Griechenland hinzu. In diesen 12 Mitgliedstaaten wurde das Euro-Bargeld am 1. Januar 2002 eingeführt.

Drei der „alten“ Mitgliedstaaten haben die gemeinsame Währung bislang nicht eingeführt: Das Vereinigte Königreich und Dänemark, für die beide eine Ausnahmeregelung gilt, sowie Schweden, das sich durch einen negativ verlaufenen Volksentscheid im September 2003 gebunden fühlt. Für die Staaten, die der Union am 1. Mai 2004 bzw. am 1. Januar 2007 beigetreten sind, gilt, dass sie den Euro einführen, sobald sie alle Konvergenzkriterien hierfür erfüllen. Mittlerweile sind Slowenien zum 1. Januar 2007, Malta und Zypern zum 1. Januar 2008, die Slowakei zum 1. Januar 2009, Estland zum 1. Januar 2011, Lettland zum 1. Januar 2014 und Litauen zum 1. Januar 2015 der Eurozone beigetreten.

Die Infografik zeigt eine Landkarte von Europa, auf der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) hervorgehoben werden. Euro-Länder der EU sind nach dem Jahr der Währungseinführung farblich unterschiedlich gekennzeichnet.

Euro-Staaten

Zeitpunkt der Euroeinführung

Link zum nationalen Finanzministerium

Deutschland

1. Januar 1999

Belgien

1. Januar 1999

Das belgische Finanzministerium

Finnland

1. Januar 1999

Das finnische Finanzministerium

Frankreich

1. Januar 1999

Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium

Irland

1. Januar 1999

Das irische Finanzministerium

Italien

1. Januar 1999

Das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium

Luxemburg

1. Januar 1999

Das luxemburgische Finanzministerium

Niederlande

1. Januar 1999

Das niederländische Finanzministerium

Österreich

1. Januar 1999

Das österreichische Finanzministerium

Portugal

1. Januar 1999

Das portugiesische Finanzministerium

Spanien

1. Januar 1999

Das spanische Finanzministerium

Griechenland1. Januar 2001

Das griechische Finanzministerium

Slowenien1. Januar 2007

Das slowenische Finanzministerium

Malta1. Januar 2008

Das maltesische Finanzministerium

Zypern1. Januar 2008

Das zypriotische Finanzministerium

Slowakei1. Januar 2009

Das slowakische Finanzministerium

Estland1. Januar 2011

Das estnische Finanzministerium

Lettland

1. Januar 2014Das lettische Finanzministerium
Litauen1. Januar 2015Das litauische Finanzministerium

Nicht-Euro-EU-Staaten

Link zum nationalen Finanzministerium

BulgarienDas bulgarische Finanzministerium
DänemarkDas dänische Finanzministerium
KroatienDas kroatische Finanzministerium
PolenDas polnische Finanzministerium
RumänienDas rumänische Finanzministerium
SchwedenDas schwedische Finanzministerium
TschechienDas tschechische Finanzministerium
UngarnDas ungarische Wirtschaftsministerium
Vereinigtes KönigreichDas britische Wirtschafts- und Finanzministerium